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Nanomaterialien in Bio-Lebensmitteln?

Die ökologische Lebensmittelwirtschaft musste für sich klären, ob und wie nanotechnologische Anwendungen mit den besonderen Ansprüchen der Branche an eine umweltverträgliche, naturnahe Lebensmittelproduktion vereinbar sein können. Die von Menschen absichtlich technisch hergestellten Nanopartikel werden dabei sehr kritisch gesehen, ebenso wie mögliche langfristige Umweltauswirkungen von Lebensmitteln, Verpackungen und Maschinen, die mit Hilfe von Nano-Technologien hergestellt wurden.
 

Bio-Mindeststandard: Nanos theoretisch möglich

Die EG-Öko-Basisverordnung, die die gesetzliche Grundlage für die ökologische Land- und Ernährungswirtschaft in Europa definiert, verliert kein Wort zu den Nanomaterialien und ihren möglichen Anwendungen. Wer nur diesen Mindeststandard einhält, schließt Nanomaterialien also nicht direkt aus. Da aber derzeit keine Nanomaterialien als Lebensmittelzutaten auf dem Markt sind und zudem die Zahl der zulässigen Lebensmittelzusatzstoffe deutlich eingeschränkt ist, sind im Moment auch diese Bio-Produkte praktisch frei von menschengemachten Nanomaterialien. (mehr dazu hier)
 

Bio-Anbauverbände: Nanos ausdrücklich ausgeschlossen

Die ökologischen Anbauverbände, deren Anforderungen in Vielem über die Vorschriften der EU-Basis-Regelungen hinaus gehen, sind auch in Sachen Nanomaterialien deutlich anspruchsvoller:

Der Anbauverband Demeter verbietet seinen Mitgliedern den bewussten Einsatz von Nanotechnologien in der Landwirtschaft und in der Lebensmittelproduktion vollständig. Wer Vorprodukte einkauft, muss sich bei dem jeweiligen Hersteller unter anderem darüber vergewissern, dass sie keine technologisch hergestellten Nanomaterialien enthalten. Auch in Verpackungen und Verpackungsbeschichtungen dürfen Nanomaterialien nicht eingesetzt werden.

Wer nach den Richtlinien von Bioland arbeitet, wird ebenfalls aufgefordert, auf menschengemachte Nanomaterialien zu verzichten. Dabei zieht der ökologische Anbauverband die Grenze zum Nanomaterial mit 300 nm deutlich strenger als die anderen Verbände und die europäische Gesetzgebung. Bioland verbietet auch den Einsatz von Nanomaterialien in Verpackungen.

Auch Naturland verbietet seinen Mitgliedern den Einsatz von Nanomaterialien in der Lebensmittelproduktion und in Verpackungen.

Der Bundesverband der ökologischen Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) spricht sich ebenfalls gegen den Einsatz von Nanomaterialien in Lebensmitteln aus, ebenso wie das Qualitätsfleischprogramm Neuland. Auf ein Nein zu Nanotechnologien in der Herstellung von Bio-Lebensmitteln einigte sich zudem die englische Soil Association.

Ein Hintertürchen zur künftigen Anwendung von Nanotechnologien hält sich der Schweizer Anbauverband Bio Suisse gegenwärtig noch offen: Schädigen die Produkte Mensch und Umwelt nicht und gelten sie als sicher, können sie zugelassen werden. Strikt untersagt werden synthetische Nanopartikel für biologische Lebens- und Futtermittel.
 

(Stand 2019)

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