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Frankreich will Titandioxid für Lebensmittel verbieten

Foto: Gordon Gross

Im April 2019 kündigte die Gesundheitsbehörde Frankreichs an, Titandioxid ab dem 01.01.2020 als Lebensmittelzusatzstoff zu verbieten. Zur Begründung hieß es, der weiße Farbstoff enthalte Nanopartikel und seine Sicherheit sei daher fraglich. Warum die EFSA das anders sieht, was Verbraucherinnen und Verbraucher wissen sollten, ob das Verbot auch für Zahnpasta gelten soll und was diese Entscheidung für die Lebensmittelhersteller in Frankreich und Europa bedeuten könnte, erläutern wir Ihnen hier.
 

 
 

Foto: Gordon Gross

* Auch andere Lebensmittelzusatzstoffe, können Nanopartikel enthalten. Was die Bewertung bisher ergab, finden Sie hier.
* Was belastbare Studien von weniger guten unterscheidet, erläutert der Toxikologe Harald Krug im Interview: Gute Toxikologie braucht Selbstkritik.
* Dr. Ralf Greiner vom Max-Rubner-Institut meint "Die gesetzliche Regelung bietet viel Raum für Interpretationen.“ und beschreibt im Interview, welche Folgen das hat.

(Stand August 2019)

Neubewertung der EFSA von Mai 2021

In der Zwischenzeit haben sich die Erkenntnisse geändert. Bei ihrer umfangreichen Analyse von aktuellen Daten stellte die EFSA fest, dass Titandioxid Schädigungen am Erbgut auslösen kann. Für diese Wirkungen konnte kein Schwellenwert festgelegt werden, auch hinsichtlich der Partikelgröße nicht.

Daher lautet die Schlussfolgerung des Gremiums, dass erbgutschädigende Wirkungen von E 171 nicht vollständig ausgeschlossen werden können und sein Einsatz als Lebensmittelzusatzstoff somit als nicht mehr sicher anzusehen ist.

Bei der Bewertung wurde berücksichtigt, dass E 171 Nanopartikel enthält. Sie sind in der Mehrzahl unter 100, aber über 30 Nanometer groß. Insgesamt liegt der Anteil an Partikeln, die kleiner als 100 Nanometer sind, jedoch unter 50 Prozent. Daher gilt Titandioxid bisher nicht als Nanomaterial im rechtlichen Sinne.

Nun wird die EU-Kommission entscheiden, ob der Zusatzstoff weiterhin zugelassen bleibt oder verboten wird.

Mehr zu der Stellungnahme der EFSA erfahren Sie in diesem Beitrag.

(Stand Mai 2021)

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