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Verpackungen und Co.

Zwar sind in Lebensmitteln bisher keine technisch hergestellten Nanomaterialien im Einsatz. In Verpackungen und im Bereich der Produktionsanlagen spielen Nanostrukturen dagegen durchaus eine Rolle. Maschinenteile, Wände, Laufbänder und alle anderen Flächen in den Produktionsanlagen bieten Bakterien, Schimmeln und Hefen einen Nährboden. Sie sauber zu halten, ist für die Lebensmittelsicherheit das A und O und zugleich eine enorme Herausforderung. Nanostrukturierte Oberflächen, die Keimen keinen Haftgrund geben, sind so ein großer Beitrag zur Hygiene. Auch in Wandbeschichtungen, auf denen Schimmelpilze keine Chance haben, können Nanopartikel hilfreich sein. (In unserer Bildreportage „Nanosilber hält Schimmel fern“ erfahren Sie mehr darüber.)

Verpackungen: Zulassung nötig

Nanopartikel können Teil von Folien, Frischhalteboxen, Kunststofflaschen oder Kunststoffverpackungen sein oder als Beschichtung aufgetragen werden. Ziel ist es etwa, Lebensmittel länger frisch zu halten, vor UV-Licht zu schützen, die Bildung unerwünschter Keime zu unterbinden oder zu verhindern, dass sich im Inneren der Verpackung Schwitzwasser bildet. In PET-Flaschen halten Nanoteilchen die Blubberbläschen in der Brause, in dem sie verhindern, dass die Kohlensäure durch den Kunststoff entweicht.

Materialien, die dafür da sind, mit Lebensmitteln in Kontakt zu kommen, unterliegen in der Europäischen Union strengen Regeln. Um zu verhindern, dass beispielsweise Stoffe aus der Verpackung aufs Lebensmittel übergehen und so den Menschen in Gefahr bringen können, ist sehr genau bestimmt, woraus solche Kunststoffe sein dürfen und wie sie aufgebaut sein müssen. Das gilt auch für Nanomaterialien darin. Was nicht ausdrücklich für Folien, Gefäße oder Kühlschrankinnenraum zugelassen ist, darf nicht eingesetzt werden. Eine solche Zulassung besteht derzeit nur für Titannitrid, Siliciumdioxid (Kieselgel) und Carbon black (Industrieruß).

Auch Nanotone (englisch: Nanoclays) sind für die Verpackungsindustrie als Gasbarrieren interessant. Sie sind derzeit nicht in die Liste der zulässigen Materialien aufgenommen, dürfen also eigentlich nicht eingesetzt werden. Das BfR hat aber Hinweise darauf, dass sie gerade für kohlensäurehaltige Getränke dennoch im Einsatz sind.

Die Inhaltsstoffe von Verpackungsmaterialien müssen bisher nicht angegeben werden. Auch die Nanomaterialien darin sind nicht kennzeichnungspflichtig.
 

Fest eingefügt und unlöslich

Am häufigsten sind Verpackungen mit Siliziumdioxid beschichtet, im außereuropäischen Ausland kommt wohl auch Nano-Silber zum Einsatz. Titannitrid, Carbon Black und Nanoclays werden dagegen fest in die Kunststoffschichten eingefügt. Es gilt als unwahrscheinlich, dass sie sich lösen und auf die Lebensmittel übergehen.

In Bezug auf Silber warnen Forscher vor einem allzu bedenkenlosen Einsatz des Metalls - ob nanoskalig oder in größerer Partikelstärke. Sie befürchten, dass Krankheitserreger gegen die keimtötende Wirkung resistent werden könnten. Zudem würden sie Verbraucherinnen und Verbraucher möglicherweise in falscher Sicherheit wiegen.

Mehr über die Rolle von Nanopartikeln in Materialien für Verpackungen und Lebensmittelkontaktmaterialien erläutert Dr. Ralf Greiner im Interview.
Auch mit Blick auf die Umwelt wirft der Einsatz von Nanomaterialien in Verpackungen Fragen auf. Der BUND erinnert im Interview dringend ans Vorsorgeprinzip.
 

(Stand Dezember 2018)
 

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