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Lebensmittelzusatzstoffe  - Stand der Bewertung

Pflanzenkohle (E 153) – Ein Nano-Zusatzstoff?

Nein.
Das schwarze Pulver aus vermahlener Pflanzenkohle besteht aus einzelnen winzigen Kohleteilchen. Die EFSA kommt in ihrer Bewertung zu dem Ergebnis, dass es keine nennenswerten Mengen von Nanoteilchen enthält. In ihrer Stellungnahme aus dem Jahr 2012 empfiehlt das Gremium jedoch, die Partikelgröße für diesen Zusatzstoff auf mehr als 100 nm festzuschreiben. Das ist bisher nicht geschehen.
 

Calciumcarbonat (E 170) – Ein Nano-Zusatzstoff?

Nein.
Die Partikel dieses weißen Pulvers sind um die 5 µm groß. Weil sich bei Untersuchungen herausstellte, dass sich Nano- und Mikro-Calciumcarbonat im Körper unterschiedlich verhalten, regte die EFSA im Jahr 2011 an, die Partikelgröße in den Spezifikationen für den Lebensmittelzusatzstoff E 170 festzuschreiben. Das ist bislang nicht geschehen.
 

Titandioxid (E 171) - Ein Nano-Zusatzstoff?

Nein.
Im Jahr 2016 kam die EFSA zu dem Schluss, dass Titandioxid als Lebensmittelfarbstoff E 171 kein Nanomaterial im Sinne des Gesetzes ist. Der Anteil der Nanopartikel, die tatsächlich auch enthalten sein können, liegt bei höchstens rund 3 %. Die Empfehlung, die Partikelgröße als Teil der Zulassungsbedingungen in die Spezifikation aufzunehmen, wurde bisher nicht umgesetzt.

Im Jahr 2017 sorgte eine Studie für Schlagzeilen, nach der der Zusatzstoff bestehende entzündliche Darm-Erkrankungen verschlimmern könnte. In den Tierversuchen dieser Studie wurde jedoch nicht mit dem Titandioxid gearbeitet, das für Lebensmittel zugelassen ist. Die Ergebnisse sind damit für diese Fragestellung unbrauchbar.
Ausführlich dazu: Gute Toxikologie braucht Selbstkritik - Interview mit Prof. Harald Krug.

Im April 2019 beschloss Frankreich, TItandioxid für Lebensmittel zu verbieten. Die Begründung, die Folgen und die Grenzen dieser Entscheidung haben wir Ihnen hier zusammengestellt.
 

Eisenoxide und Eisenhydroxide (E 172) – Nano-Zusatzstoffe?

Nein.
Nach ihrer Partikelgröße und der Anzahlgrößenverteilung sind die Verbindungen von E 172 keine Nanomaterialien im Sinne des Gesetzes. Man hat jedoch Hinweise darauf, dass sich die unbeabsichtigt enthaltenen Nano-Eisenoxid-Partikel anders verhalten als die mikroskaligen und dass die verschiedenen Eisenhydroxide zudem unterschiedlich viele dieser Nanoteilchen enthalten können. In ihrer Stellungnahme aus dem Jahr 2015 empfahl die EFSA daher zweierlei: Zum einen sollte die Partikelgröße und ihre Verteilung als Teil der Zulassung in die Spezifikation aufgenommen werden. Zum anderen sollte Eisenhydroxid als eigenständiger Zusatzstoff überprüft und zugelassen werden. Beides ist bisher nicht passiert.
 

Silber (E 174) – Ein Nano-Zusatzstoff?

Nein.
Silber ist auf dem Europäischen Markt ausschließlich als Farbstoff für die Überzüge von Dragees und Süßwaren sowie für Liköre zugelassen. Lebensmitteltaugliches Silber wird nicht als Nanomaterial eingesetzt. Die Partikelgröße und ihre Anzahlgrößenverteilung sind bisher nicht Teil der Zulassung und Spezifikation. Die EFSA fordert, das zu ändern. Bisher ohne Ergebnis.
 

Gold (E 175) – Ein Nano-Zusatzstoff?

Nein.
Lebensmitteltaugliches Gold wird nicht als Nanomaterial eingesetzt. Die Partikelgröße und ihre Anzahlgrößenverteilung sind bisher nicht Teil der Zulassung und Spezifikation. Die EFSA fordert, das zu ändern. Bisher ohne Ergebnis.
 

Siliciumdioxid (E 551) und Silicate – Nano-Zusatzustoffe?

In der Neubewertung des weit verbreiteten Zusatzstoffes stellte die EFSA im Jahr 2018 fest, dass der Lebensmitteltzusatzstoff derzeit so ungenau charakterisiert ist, dass eine Fülle verschiedener Varianten auf dem Markt zu finden ist. Zwar geht man weiter davon aus, dass Siliciumdioxid keine nachteiligen gesundheitlichen Effekte hat. Es ist jedoch derzeit nicht möglich, eine übliche Partikelgröße und Anzahlgrößenverteilung zu ermitteln. Die Frage, ob E 551 als Nanomaterial gekennzeichnet werden muss oder nicht, ist daher ebenfalls weiter unbeantwortet. Außer Frage steht, dass Siliciumdioxid (E 551) nanostrukturierte Partikel enthält.

Es gibt Hinweise darauf, dass es die Immunzellen des Darmes stören könnte. In diesen Versuchen wurden allerdings Zellkulturen mit sehr hohen Dosen Siliciumdioxid konfrontiert. Ob sich die Ergebnisse unter lebensnahen Bedingungen und mit den verzehrsüblichen Mengen erhärten lassen, ist derzeit offen.

Forscher der Universität Duisburg Essen belegten im Jahr 2018 einmal mehr, dass sich Nano-Siliciumdioxid-Partikel an die Bakterien im Darm anlagern. Aussagen zu möglichen gesundheitlichen Wirkungen sind jedoch aus dieser Untersuchung nicht abzuleiten. Da die Experimente nicht mit E 551, sondern mit diversen anderen Silica-Partikeln durchgeführt wurden, lassen sie auch keinen Schluss auf Silica in Lebensmitteln zu. (mehr dazu)

Es ist bisher nicht möglich herauzufinden, ob Siliciumdioxid-Partikel, die sich in einem Lebensmittel oder einem Organ finden lassen, aus dem Zusatzstoff oder anderen Quellen stammen. Aus den gleichen Gründen sind bisher keine verlässlichen Aussagen zu den möglichen Nano-Eigenschaften von Calciumsilicat (E 552), Magnesiumsilicat (E 553a) und Talkum (E 553b) möglich.
Ausführlich dazu: Gute Toxikologie braucht Selbstkritik - Interview mit Prof. Harald Krug.
 

(Stand Mai 2019)
 

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