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Lebensmittel

Betrachtet man die vielen verschiedenen Bestandteile von Lebensmitteln allein nach ihrer Größe, wird man eine Fülle von Nanopartikeln unter ihnen entdecken. Die meisten davon sind natürlichen Ursprungs oder im Zuge der Verarbeitung unbeabsichtigt entstanden. Um diese Eiweiße, Micellen oder Körnchen geht es jedoch nicht, wenn nach Kennzeichnungsvorschriften gefragt wird. Die betrifft nur jene Nanomaterialien, die technisch hergestellt und absichtlich zugesetzt wurden (mehr dazu in der Rubrik „Anwendungen – Lebensmittel“).

Theorie: Nano in der Zutatenliste

Seit Dezember 2014 sollen Verbraucher in der Zutatenliste erkennen können, ob und welche technisch hergestellten Nanomaterialien ein Lebensmittel enthält. (nano) steht dann neben der entsprechenden Zutat, so will es die Lebensmittelinformationsverordnung (VO (EU) 1169/2001). Auf diese Weise sollen Verbraucher sich informieren und frei entscheiden können.

Praxis: Kein nano drin

Foto: Foto: Miroslaw/pixelio.de

Doch anders als es oft scheint, gibt es bisher kein „Nano-Food“ in den Supermarktregalen. Das mag überraschen, drehen sich doch viele der Visionen von der Nano-Zukunft gerade um Fragen des Food-Designs und Designer-Foods. Tatsächlich werden aber in der Lebensmittelindustrie Nanomaterialien in erster Linie nur für die Oberflächen von Maschinen(-teilen) oder Filtersysteme eingesetzt. Nano-Zutaten sind dagegen bisher nicht auf dem Markt und insgesamt auch eher unwahrscheinlich.

Die erhellende Klammer würde derzeit ausschließlich Zusatzstoffe begleiten, die mit ihrer Funktionsklasse und ihrem Namen oder ihrer E-Nummer schon heute deutlich in der Zutatenliste zu erkennen sind. Für acht von ihnen wird derzeit überprüft, ob sie als technisch hergestelltes Nanomaterial anzusehen sind und damit in der Zutatenliste nur noch in Begleitung der „Nano-Klammer“ erscheinen dürfen. Diese Prüfung wird frühestens Ende 2015 abgeschlossen sein. Für Zusatzstoffe, die neu zugelassen werden, wird diese Prüfung von Anfang an gemacht. Bisher gibt es keine Anträge für „Nano-Zusatzstoffe“. Mehr dazu finden Sie hier.

Problem: Überwachung

Das Gesetz ist der Praxis einen kleinen Schritt voraus - Interview mit Ministerialrätin Birgit Bienzle, der stellvertretenden Leiterin der amtlichen Lebensmittelüberwachung in Baden-Württemberg über die Hintergründe und Folgen der Kennzeichnungspflicht.

In Zukunft? Die EU-Kommission ist in der Pflicht.

Die EU-weit verbindliche Lebensmittelinformationsverordnung eröffnet die Möglichkeit, den Begriff der „technisch hergestellten Nanomaterialien“ an den jeweils aktuellen Stand von Wissenschaft, Technik und internationalen Vereinbarungen anzupassen. Eine solche Anpassung hatte die EU-Kommission im Dezember 2013 vorgenommen. Mehr über das wenig verbraucherfreundliche Ergebnis und die Folgen erfahren Sie hier.

(Stand: Dezember 2015)

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