Service-Navigation

Suchfunktion

Einzelne Verbraucherfragen

Umweltauswirkungen beim Verschrotten?

In Automobilen werden schon heute eine ganze Reihe von Nanomaterialien eingesetzt. Können sie in die Umwelt gelangen, wenn das Auto verschrottet wird?

Antwort

In der Automobil-Industrie werden eine Reihe unterschiedlicher Nanomaterialien in verschiedenen Bauteilen und Funktionen eingesetzt. Die Auto-Hersteller halten sich meist bedeckt, so dass nur wenig über die konkreten Nano-Anwendungen bekannt ist. Die bekanntesten Einsatzbereiche sind kratzfeste Lacke und Reinigungsprodukte (Scheibenversiegelung, Autopolituren, Pflegeprodukte für Waschstraßen), die schmutz- und wasserabweisende Eigenschaften versprechen. Nanomaterialien finden sich darüber hinaus in Leichtbaumaterialien (nanoverstärkte Kunststoffe oder Metalle), in reibungsarmen Lagern und Motoren sowie in Autoreifen. Selbsttönende Spiegel und LED-Leuchten sind weitere bekannte Anwendungsbereiche. Im Innenraum der Autos werden zudem schmutzabweisende Textilien verarbeitet.

Ob und unter welchen Bedingungen Nano-Teilchen aus Automobil-Bauteilen frei werden können, hängt davon ab, welche Nanomaterialien für welche Auto-Teile auf welche Weise verarbeitet wurden. In der weit überwiegenden Zahl der Fälle, sind die Nanomaterialien fest in andere Materialien eingebunden. Diese festen Verbindungen bleiben auch beim Zerlegen und Verschrotten des Fahrzeugs bestehen, die eingesetzten Materialien werden nicht einzeln in ihrer Nano-Form frei.

Für Nano-Lacke gibt es umfassende Daten über die mögliche Freisetzung von Nanopartikeln. An der Universität Dresden durchgeführte Studien kamen zum Ergebnis, dass Nanopartikel, die in einer ausgehärteten Lackschicht fest eingebunden sind, nicht durch alltäglich vorkommende Belastung freigesetzt werden können, sondern an die Lackschicht gebunden bleiben. Unter normalen Beanspruchungen würden die Konzentrationen von freien Nanopartikeln an der Nachweisgrenze liegen. Dabei wurden keine Unterschiede zwischen herkömmlichen Lacken und Nanolacken beobachtet.

Es ist Aufgabe der Abfallwirtschaft, am Ende des Produkt-Lebensweges ein unkontrolliertes Gelangen von Stoffen in die Umwelt zu vermeiden - was auch für Nanomaterialien gilt. Nach Angaben der Recycling-Industrie stehen die Unternehmen hier zunächst einmal vor der Herausforderung, Nanomaterialien in den zu recycelnden Endprodukten zu erkennen und deren Wirkungen für die Umwelt sowie für den zu produzierenden Sekundärrohstoff abzuschätzen.


(Stand Mai 2013)
 

Fußleiste