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Einzelne Verbraucherfragen

Nanopartikel aus Baumaterialien in die Innenraumluft?

Wenn Nanopartikel in Baumaterialien für Innenräume eingesetzt werden, können sie dann in die Raumluft übergehen und auf diesem Wege Gesundheitsschäden verursachen?

Antwort

In Farben und Lacken sind Nanomaterialien zunächst in der Flüssigkeit verteilt und nach dem Trocknen fest in den Farb- bzw. Lackfilm eingebunden. In diesen Fällen sind sich die Experten sicher, dass keine Nanopartikel in die Raumluft freigesetzt werden. So hat beispielsweise die Universität Dresden untersucht, was sich im Abrieb von Nanolacken, die in Privathaushalten eingesetzt werden, findet. Die Forscher stellten dabei fest, dass die Zahl und Art der freigesetzten Staubpartikel in konventionellen und Nano-Lacken sowohl bei Alltagsbelastungen wie auch beim Schleifen vergleichbar ist. (Vorbau, Hillemann, Stintz: Method for the characterization of the abrasion induced nanoparticle release into air from surface coatings. 2010.)

Staub. Foto: Günter Gumhold / pixelio.de

Für Estrich oder Zement, die als Pulver gehandelt werden, müssen Arbeitsschutzmaßnahmen ergriffen werden, um die Atemwege vor Staub zu schützen. Diese Schutzmaßnahmen werden auf den Packungen oder Gebinden ausdrücklich genannt und gelten unabhängig davon, ob die Baustoffe Nanopartikel enthalten oder nicht. In welchen Bauprodukten welche Nanoteilchen zu finden sein können sowie Hintergrundinformationen und Hinweise zum Arbeitsschutz bietet die Berufsgenossenschaft Bau in ihrem Nanorama.

Nach Untersuchungen der Schweizer Eidgenössischen Material Prüfungsanstalt (EMPA) kann aus bestimmten Fassadenfarben das enthaltene Nano-Titandioxid ausgewaschen werden. Unklar ist jedoch, wie viele Nanopartikel sich lösen und wie sie sich letztlich in Böden und Gewässern verhalten. Da Nano-Titandioxid jedoch in hohen Dosen giftig für Algen und Wasserflöhe ist, sehen die Wissenschaftler hier weiteren Forschungsbedarf.

(November 2012)

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