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Entsorgung von Tuben und Tiegel mit Nanopartikeln

Wie muss ich die Behältnisse von Sonnencreme, Kosmetika oder Farbe, die bekanntlich jeweils Nanopartikel enthalten können, nach dem Gebrauch der Inhalte richtig entsorgen?
 

Durch den zunehmenden Einsatz von Nanomaterialien zur Verbesserung bestimmter Qualitäten von Produkten, stehen Verbraucherinnen und Verbraucher tatsächlich immer häufiger vor der Frage, wie sie Verpackungen oder Behältnisse, in denen Produkte inklusive ihrer Nanopartikel lagerten, nach dem Gebrauch so entsorgen, dass dabei nicht ungewollt Reste dieser Nanostoffe in die Umwelt geraten. Bei Cremetuben, Spraydosen, Kosmetiktiegeln oder Farbeimern, die Anwender im Haushalt nutzen, fehlen oft Informationen über den Gehalt an Nanomaterialien. Aufgrund von unvermeidbaren Restinhalten können bei der Entsorgung der Behältnisse  Nano-Materialien in die Abfallströme  gelangen. Dabei auftretende Risiken sind laut einem BMU-Bericht „Nanotechnologien und Abfall“ (Ökopol, 2015) „bislang in der Öffentlichkeit wenig diskutiert“. 
 

Solange Nanopartikel fest in Materialien eingebunden sind und nicht freigesetzt werden, ist nach Ansicht des Umweltbundesamtes (UBA) eine Gefährdung von Mensch und Umwelt kaum zu erwarten. Freie Partikel, wie sie etwa in Sprays enthalten sein oder wie sie beispielsweise aus Sonnenschutzcreme ausgewaschen werden können, gelten Experten des Umweltbundesamtes zufolge als problematischer. Die Entsorgung von Behältnissen, die  Produkte mit Nano-Partikeln beinhalten ist dennoch über den Restabfall erlaubt.  Das Institut für Ökologie und Politik (Ökopol) merkte in einem Protokoll zum Nanodialog der Bundesregierung in diesem Zusammenhang einschränkend an, dass „Ein umfassender Nachweis, dass die verschiedenen Entsorgungspfade für Nanoabfälle und nanomaterialhaltige Abfälle hinsichtlich des Umweltschutzes geeignet sind, […] bislang nicht [existiert].“
 
 

Messungen des Institutes IUTA, Duisburg (Umweltbundesamt Texte 37/2016) haben dies im Auftrag des Umweltbundesamtes im Müllheizkraftwerk, Würzburg bestätigt. Basierend auf den Messergebnissen des IUTA-Institutes stellt die thermische Verwertung derzeit den zu bevorzugenden Entsorgungsweg für Behältnisse dar, die nano-partikelhaltige Materialien beinhalten. Nur tatsächlich restentleerte Verpackungen sollten über die gelbe Tonne/den gelben Sack entsorgt werden. Dabei ist es zwingend zu vermeiden, Restinhalte über die Toilette oder andere Sanitäreinrichtungen zu entsorgen bzw. in das Abwasser einzutragen.
 

Über die Freisetzung ursprünglich fest eingebundener Teilchen aus Produkten durch Alterungs- oder Abbauprozesse liegen bisher keine belastbaren Informationen vor. Daher setzen Hersteller und Behörden auf weitere Forschung zur Sicherheit der in Produkten eingesetzten Nano-Materialien.
 

(November 2019)
 


Noch mehr Fragen und Antworten finden Sie in der Übersicht.
 

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