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Einzelne Verbraucherfragen

Bettdecke mit Silber-Ausrüstung

Meine Bettdecke ist nach Herstellerangaben aus „100 % Polyester – Hohlfaser mit Silberionen-Anteil“. Weil in den Medien immer wieder über die Risiken durch Nano-Silberpartikel gesprochen wird, bin ich nun sehr besorgt: Können die Silber-Partikel auf die Haut oder gar in die Lunge gelangen? Ist der enge Kontakt mit solchen Fasern eine Gefahr für die Gesundheit?

Antwort

Die Silberionen, die nach Herstellerangaben in die Hohlfaser eingebracht wurden, haben den Zweck, Bakterien abzutöten. Das funktioniert folgendermaßen: An der Oberfläche metallischen Silbers werden, besonders bei Feuchtigkeit, positiv geladene Ionen frei. Diese wirken dann gegen die Bakterien. Dieser Mechanismus ist unabhängig davon, wie groß die metallische Fläche ist, funktioniert also an einem Silberlöffel ebenso wie an einem Silberfaden, kleinen Silberpartikeln oder eben Nano-Silberpartikeln. Nano-Silberpartikel unterscheiden sich lediglich dadurch, dass sie bei sehr geringem Durchmesser eine vergleichsweise riesige Oberfläche aufweisen und deswegen im Vergleich zu ihrer Menge viel mehr Silberionen freisetzen würden.

Foto: Petra Bork / pixelio.de


Nach unseren Recherchen wurde für das fragliche Steppbett kein Nano-Silber verarbeitet. Stattdessen wird dem geschmolzenen Polyester metallisches Silber (nicht in Nano-Größe) beigemengt, bevor es zu Fäden versponnen und schließlich verwebt wird. Das Silber ist also fest mit dem Kunststoff verbunden und kann daher auch nicht ausgewaschen werden.
 

Auf die Haut und in die Raumluft könnte das Silber vor allem durch Abrieb gelangen. Es gibt jedoch keine Hinweise darauf, dass Silberteilchen als solche aus dem Bettzeug durch Abrieb (durch den Bettbezug hindurch) direkt auf die Haut oder in die Atemluft gelangen würden. Was tatsächlich abgerieben wird, sind Faserteile, in denen Kunststoff und Silber weiterhin untrennbar verbunden sind. Sie gelangen in den Hausstaub, der aber allgemein im Ganzen gesundheitliche Probleme verursachen kann. Eine detaillierte Untersuchung der Schadstoffe, die sich in Hausstaub wiederfinden, unternahm das Umweltbundesamt Österreichs (Hausstaub – ein Indikator für Innenraumbelastung).

Nach dem bisherigen Kenntnisstand ist eine Silber-Ausrüstung, wie die des fraglichen Steppbetts nicht gesundheitlich bedenklich. Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist jedoch in seiner Stellungnahme "Einführung in die Problematik der Bekleidungstextilien" (S. 17), dass es durch den verbreiteten Einsatz von Silber in Verbraucherprodukten – egal ob nanoskalig oder nicht – zu Resistenzbildungen kommen kann. Schädliche Mikroorganismen passen sich dem vermehrten Silber an und sind dann nicht mehr mit seiner Hilfe abzutöten. Die Experten raten daher davon ab, Silber massenhaft in Konsumprodukten wie Textilien einzusetzen.


(August 2013)

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