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Einzelne Verbraucherfragen

Einzelfallprüfungen und Antwort für Verbraucher

Immer wieder liest und hört man von Nanomaterialien, die in Lebensmitteln oder Verpackungen zum Einsatz kommen sollen. Wer überprüft diese Materialien eigentlich im Einzelnen? An wen können sich Verbraucher mit ihren Fragen dazu wenden?

Antwort

Eine spezielle behördliche Anlaufstelle, die Verbrauchern Auskunft über Nanomaterialien in bestimmten Lebensmitteln oder Lebensmittelverpackungen geben könnte gibt es derzeit nicht. Für eine Untersuchung und Bewertung von einzelnen Produkten müssten die Einrichtungen nämlich wissen, was tatsächlich worin verarbeitet wurde – die dafür nötigen Angaben der Hersteller fehlen bislang. Die Landesuntersuchungsämter für die Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit, wie etwa das Chemische und Veterinär-Untersuchungsamt Karlsruhe (CVUA) testen unter anderem, ob und welche Rohstoffe in Nanoform eingesetzt werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und das Max-Rubner-Institut untersuchen in verschiedenen Forschungsprojekten Nanomaterialien, die im Bereich Lebensmittel und Verpackungen eingesetzt werden, um zu einer belastbaren Risikobewertung zu kommen.

Voraussetzung für eine solche Bewertung ist, die in Frage stehenden Materialien jeweils einzeln zu überprüfen. Während sich einige Wissenschaftler für eine reine Einzelfallbetrachtung einsetzen, sehen andere die Möglichkeit, Gruppen mit gleichen Eigenschaften je nach Anwendungsfeld zu beurteilen. Die Frage, in welcher Form mit der Forderung nach einer Einzelfallbetrachtung umgegangen werden soll, beschäftigte im Jahr 2011 auch den deutschen Bundestag .Auf einer Anhörung auf der 50. Sitzung des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zum Thema „Verbraucheraspekte beim Umgang mit der Nanotechnologie“ wurden diese Fragen angeschnitten. Eine abschließende Antwort auf die Frage, wie dieser Prozess auf der Ebene der Vollzugsbehörden sinnvoll organisiert werden kann, liegt nicht vor.

Zu den verschiedenen Nanomaterialien, die eingesetzt werden, gibt es dagegen zum Teil umfangreiche Dossiers. Die OECD testete 13 ausgewählte Nanomaterialien und stellt eine Übersicht über die derzeit laufenden Forschungsvorhaben zum Thema zur Verfügung (auf Englisch). Auf dem deutschsprachigen Internetportal DANA findet man 24 Stoffe gelistet, zu denen jeweils Anwendungsbereiche und Studien zur Bewertung von Risiken zusammengestellt sind. Wer Konkretes zu den Lebensmittelzusatzstoffen wissen möchte, kann auf die Datenbank www.zusatzstoffe-online.de zurückgreifen.
Über unser Kontaktformular haben Sie zudem die Möglichkeit, Ihre konkrete Frage auch an die Redaktion des Nanoportals Baden-Württemberg zu richten.

(Stand: März 2012)

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