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Einzelne Verbraucherfragen

Frage zu Nanosilber in Düngemitteln

Mir macht die Verbreitung von Nanosilber Sorgen. Dass dieses Metall für Zahnpasta, Textilien und Schneidebretter verwendet wird, ist die eine Seite, schlimmer finde ich, dass es Unternehmen gibt, die Dünger mit Nanosilber vertreiben. So wird der Stoff großflächig ausgebracht und gelangt in unseren Wasser- und Nahrungskreislauf. Ist hier mit einer Kennzeichnungspflicht oder, noch besser, mit einem Verbot zu rechnen?

Antwort

Pestiziden wird kein Nanosilber zugesetzt © Kurt Bouda / PIXELIO

Nach Angaben verschiedener Fachleute aus dem baden-württembergischen Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) und der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg wird Nanosilber nicht in Düngemitteln oder Pestiziden verwendet. Ein Grund dafür ist die Sorge, dass Nanosilber-Partikel über die Lunge in den menschlichen Organismus geraten könnten. Da dieses Sicherheitsproblem schon dem Schutz der Anwender entgegensteht, müssen noch umfangreiche Prüfungen durchgeführt werden.

Vorversuche zu speziellen Anwendungen, wie z.B. der Bekämpfung der sogenannten „Beerenfäule“ mit Silber - allerdings in ionischer Form - hat es gegeben.  Ein Zulassungsantrag für ein entsprechendes Mittel ist allerdings nicht gestellt worden, weil die Wirkung nicht zufriedenstellend gewesen ist.

Zugelassen ist aber nach den Angaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) ein Pflanzenstärkungsmittel mit dem Namen „Nano-Argentum 10“, das vor einigen Jahren eine Sicherheitsüberprüfung durchlaufen hat. Dieses Mittel ist jedoch nur noch bis zum 14. Februar 2013 verkehrsfähig. Danach dürfen Anwender ihre Restbestände noch aufbrauchen.

Beim Bundesamt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) sind insgesamt 1040 silberhaltige Produkte als Biozide, also Schädlingsbekämpfungsmittel im nicht-agrarischen Bereich (wie z.B. Desinfektions- oder Holzschutzmittel), gemeldet. Inwieweit es sich hierbei um Nanosilber handelt, lässt sich nicht sagen, da dies nach dem derzeitigen Recht nicht als solches gekennzeichnet werden muss. Im Rahmen einer Überarbeitung des Biozidrechts wird am 1. September 2013 eine neue Verordnung in Kraft treten, wonach Produkte, die Nanomaterialien enthalten, mit dem Begriff „Nano“ gekennzeichnet werden müssen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt, auf die Verwendung von nanoskaligem Silber in Produkten des täglichen Bedarfs zu verzichten, da sich möglicherweise Resistenzen bilden können und so die Desinfektionswirkung, die vor allem in der Medizin Verwendung findet, verloren gehen könnte.

Was die Gefahr einer Nanosilberverbreitung in der Umwelt durch den Wasserkreislauf betrifft, kann man teilweise Entwarnung geben: Im biologischen Klärprozess wird Silber stark gebunden und fällt aus, so dass es nicht in Flüsse gelangt. Aus Vorsorgegründen wird in Baden-Württemberg der Klärschlamm zu 90 Prozent verbrannt und nicht auf die Felder ausgebracht.

(September 2012)

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