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Nanopartikel in Holi-Farbpulvern?

Feste, auf denen Farbpulver in die Luft geschossen wird, sind schwer im Trend. Der Staub ist zum Teil sehr fein und setzt sich auf Haaren, Haut und Kleidung ab. Sind in den Farbpulvern Nanopartikel enthalten? Sind sie gesundheitsschädlich? Müssen die Veranstalter ihre Gäste eigens warnen?

Antwort

Holi-Farb-Pulver besteht meist aus fein vermahlenem Maismehl, Reismehl oder Talkum, das überwiegend mit Lebensmittelfarben gefärbt wird. Auch die eingesetzten Konservierungsstoffe und Rieselhilfen gehören in die Gruppe der Lebensmittelzusatzstoffe. Einige der Farbstoffe sind bekannt dafür, bei entsprechend veranlagten Personen allergische Reaktionen auslösen zu können. Würde man das Pulver essen, wären allerdings keine Gesundheitsschäden zu erwarten.

Anders sieht es aus, wenn das Farbpulver in der Luft ist. Die Partikel darin sind unterschiedlich groß, der Anteil der Teilchen, die kleiner als 10 µm sind, ist mit 70 % sehr hoch. Wie groß möglicherweise der Anteil an nano-kleinem Ultrafeinstaub ist, ist allerdings nicht bekannt. Das Umweltbundesamt (UBA) stuft daher das „Mikro-Konfetti“ als Feinstaub ein. Gelangt es in die Atemwege, kann es dort zu Reizungen und Entzündungsreaktionen kommen, auch der Kontakt mit den Schleimhäuten von Augen und Mund kann zu Reizungen sowie allergischen Reaktionen führen. So ist es kein Zufall, dass die Hersteller der Pulver und auch die Veranstalter spezieller Holi-Festivals empfehlen, Mund-, Augen- und Atemschutz zu tragen. Für Kinder sind solche Veranstaltungen verboten, Kontaktlinsenträgern wird geraten, an diesem Tag eine Brille zu tragen.

Treten gesundheitliche Beschwerden auf, hilft zunächst Wasser: Nase, Augen, Mund und Rachen lassen sich gründlich ausspülen. Die Partikel in den Atemwegen werden abgehustet. Hilft all das nichts, ist ein Besuch beim Arzt nötig. Langfristige Schäden durch Holi-Pulver sind bisher nicht bekannt. Dass hohe Feinstaubbelastungen auf die Dauer zu langfristigen Problemen führen können, ist allerdings gut belegt.

Nach Aussagen der Länderarbeitsgruppe Umweltbezogener Gesundheitsschutz (LAUG) sollten Veranstalter von Holi-Festivals, Musik- und anderen Publikumsveranstaltungen im Rahmen ihres Sicherheitskonzeptes auch angeben, ob und in welchem Rahmen Farbbeutel oder Farbkanonen zum Einsatz kommen sollen. Dies würde dazu führen, dass die Behörden Auflagen für den Gesundheitsschutz, den Immissionsschutz und auch die Abfallbeseitigung veranlassen könnten. In der bisherigen Praxis besteht jedoch bislang keine Genehmigungspflicht. Wer Zweifel an so einer Veranstaltung hat oder ohne Vorankündigung in einen Farbsturm gerät, kann das Ordnungsamt oder die Gewerbeaufsicht einschalten.

(Januar 2018)



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