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Einzelne Verbraucherfragen

Kosten für Nano-Medikamente

Wie werden sich die Kosten für Medikamente und Medizinprodukte entwickeln, wenn künftig Nanomaterialien eingesetzt werden?

Antwort

Generell können Kostenentwicklungen in der Entwicklungsphase von Arzneimitteln oder Medizinprodukten nur schwer abgeschätzt werden. In vielen Arzneimitteln könnten Nanomaterialien z. B. eine Aufnahme in den Körper erleichtern und so eine Reduktion von teuren Wirkstoffen ermöglichen.

Ziel des Einsatzes von Nanomaterialien in einer Vielzahl von pharmazeutischen Produkten ist ein besserer Wirkstofftransport (engl. = Drug-Delivery). Verschiedene Systeme von Verkapselungen sorgen dafür, dass die Wirkstoffe leichter über die Haut, den Magen-Darmtrakt oder die Blut-Hirn-Schranke aufgenommen werden können. Es werden deutlich geringere Mengen an Wirkstoffen benötigt, zugleich sollen die Nebenwirkungen verringert werden. Auf der einen Seite könnten die Kosten für teure Wirkstoffe auf diese Weise reduziert werden. Auf der anderen Seite müssen die Entwicklungskosten für die neuen Produkte mit berücksichtigt werden. Ob also die Preise für ein solches „Nano“-Medikament niedriger liegen, obliegt der Preisgestaltung der jeweiligen Unternehmen.

Bei den Implantat-Technologien könnte der Korrosionsschutz ebenso wie die Beschichtungen zum besseren Einwachsen der Implantate eine längere Tragdauer bewirken, was eine Kostensenkung im Gesundheitswesen bewirken könnte. Hintergrund sind etwa 390.000 Hüftoperationen pro Jahr in Deutschland, bei denen künstliche Implantate eingesetzt werden, sowie 37.000 Patientinnen und Patienten, die eine Korrekturoperation vornehmen lassen müssen. Könnten hier deutliche Verbesserungen erreicht werden, wäre dies auch ein erheblicher Kostenfaktor für die Krankenkassen.

Ähnlich verhält es sich mit Implantaten in der Zahnmedizin. Die Expertinnen und Experten erwarten bei jetzt schon 500.000 Implantaten pro Jahr noch deutliche Steigerungen in den nächsten Jahren. Weitere Anwendungsbereiche könnten bioaktive Implantate sein, die gezielt Medikamente aus einem Depot an den Körper abgeben, wenn diese benötigt werden.

(Stand: Dezember 2012)

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