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Einzelne Verbraucherfragen

Nanobeschichtung auf Markisenstoff

In der Werbung für Markisen wird hin und wieder der Selbstreinigungseffekt durch Nano-Technik hervorgehoben. Welche Nanopartikel kommen dabei zum Einsatz und: Werden sie beim Ein- und Ausfahren des Sonnenschutzes freigesetzt?

Antwort

Hat eine Oberfläche die Eigenschaft, dass Wasser an ihr abperlt und dabei Schmutz mit sich fortspült, so spricht man von „selbstreinigend“. Auch Markisenstoffe werden zum Teil mit dieser Besonderheit ausgestattet. Der Selbstreinigungseffekt kommt dadurch zustande, dass das Wasser auf der Oberfläche des Stoffes schlicht keinen Halt findet. Ist diese Oberfläche geneigt, so rollt der Wassertropfen hinab, verbindet sich mit anderen zu größeren Wassertropfen und Rinnsalen und reißt Staub und andere leichte, aufliegende Partikel mit sich.

Foto: neurolle - Rolf/pixelio.de

Damit das Wasser auf diese Weise abperlen kann, muss die Oberfläche eine besondere Struktur haben: Unter einem sehr hoch auflösenden Mikroskop würden wir sehen, dass der Stoff, der sich für unseren Tastsinn glatt anfühlt, tatsächlich winzige Erhöhungen aufweist. Ihre Spitzen sind so fein, dass sie dem Wasser keine Fläche mehr bieten. Das Wasser hat also in Wirklichkeit keinen Kontakt mit dem eigentlichen Gewebe – die Erhebungen auf den Fasern halten es in winzigem, aber effektvollen Abstand.

Winzige Berge aus Siliciumdioxid
Um eine solche Oberfläche zu schaffen, setzt der Hersteller der fraglichen Markisen Nanopartikel aus Siliciumdioxid (SiO2) ein. Sie sind chemisch wasserabweisend und bilden die winzigen Nano-Spitzen auf den Fasern, so dass Wasser nicht anhaften kann. Die Nano-Partikel liegen dabei nicht frei als Staub vor, sondern sind verteilt in einer flüssigen Mischung aus Kunststoffen und anderen Bestandteilen. Der Markisenstoff aus glatten Polyesterfasern wird in diese Flüssigkeit hineingetaucht. Im so genannten Sol-Gel-Verfahren vernetzen sich die Bestandteile der Ausrüstungsflüssigkeit zu einer dünnen Schicht, in der die SiO2-Partikel fest eingebunden sind. Diese Schicht ummantelt die Fasern des eingetauchten Stoffes vollständig. Der Markisenstoff ist also stets von beiden Seiten wasserabweisend.

Die SiO2-Partikel sind anschließend dauerhaft fest mit der Textil-Faser verbunden. Zwar kann es durch den Gebrauch der Markisen zu Abrieb am Stoff kommen – dabei werden jedoch nicht einzelne Nanopartikel sondern stets Fasern aus verschiedenen Stoffen frei. Dies gilt auch bei vollständiger Zerstörung des Markisenstoffes, wie das ITV Denkendorf untersucht hat. Für die Besitzer und Nutzer solcher Markisen besteht also kein gesundheitliches Risiko durch die Nanopartikel.

(Stand: Juli 2014)

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