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Einzelne Verbraucherfragen

Matratzen mit Silber-Ausrüstung

Ich habe eine Matratze, die antibakteriell mit Silber ausgerüstet ist. Da die Auswirkungen von Nanopartikeln immer wieder diskutiert werden, bin ich besorgt. Werden die Nano-Silber-Teilchen aus der Matratze gelöst? Können Sie auf die Haut gelangen oder eingeatmet werden? Ist die Matratze sicher?

Antwort

Unsere Recherchen über die Herstellung der Matratze ergaben, dass in ihrem Bezug Silberfäden versponnen werden. Das Gewebe wird zusätzlich mit einer Silberlösung getränkt. Das Ziel ist eine antimikrobielle Wirkung:
An der Oberfläche metallischen Silbers werden besonders bei Feuchtigkeit positiv geladene Ionen frei. Diese wirken dann gegen Bakterien, Hefen und Pilze, und zwar unabhängig davon , ob direkt Silberionen in Form von Silbersalzen vorliegen oder die Ionen aus Metallpartikeln - gleich welcher Größe - freiwerden. Allerdings haben Nano-Silberpartikel bei sehr geringem Durchmesser eine vergleichsweise riesige Oberfläche, weswegen sie viel mehr Silberionen freisetzen und so stärker antimikrobiell wirken.

Wir fragten beim Hersteller und dem Hohenstein Institut für Textilinnovationen (www.hohenstein.de) nach, in welcher Form das Silber in den Bezug kommt. Nano-Silber ist dabei nicht im Einsatz. Stattdessen werden Silberfäden direkt in den Stoff gewebt, sie können, müssen aber nicht an der Oberfläche des Gewebes sichtbar sein. Das „Silberbad“, mit dem das Gewebe getränkt wird, besteht aus Wasser, ionischem Silber und einem filmbildenden Kunststoff, der die Fasern ummantelt und das Silber an Ort und Stelle hält. Während die Silberfäden dauerhaft im Gewebe verbleiben, kann diese Silber-Ausrüstung ausgewaschen werden.

Auf die Haut und in die Raumluft könnte das Silber vor allem durch Abrieb gelangen. Es gibt jedoch keine Hinweise darauf, dass Silberteilchen als solche aus dem Matratzenbezug durch Abrieb direkt auf die Haut oder in die Atemluft gelangen würden. Was tatsächlich abgerieben wird, sind Faserteile zusammen mit dem silberhaltigen Kunststoff . Sie gelangen in den Hausstaub, der tatsächlich im Ganzen gesundheitliche Probleme verursachen kann. Eine detaillierte Untersuchung der Schadstoffe, die sich in Hausstaub wiederfinden, unternahm das Umweltbundesamt Österreichs (Hausstaub – ein Indikator für Innenraumbelastung). Nach Silber wurde dabei jedoch nicht gesucht.

Nach dem bisherigen Kenntnisstand ist eine Silber-Ausrüstung wie in der fraglichen Matratze nicht gesundheitlich bedenklich. Weil bei exzessivem Silbereinsatz die Gefahr einer Resistenzbildung von Mikroorganismen (die dann nicht mehr mit Silber abgetötet werden können) besteht, rät das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) jedoch vom massenhaften Einsatz von (Nano-)Silber in verbrauchernahen Produkten wie Textilien ab.

(Juli 2013)

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