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Einzelne Verbraucherfragen

Nanomaterialien in Lebensmitteln

In welchen Lebensmitteln werden Nanopartikel bereits eingesetzt? Müssen sie gekennzeichnet werden?

Antwort

Nach Informationen der Lebensmittelindustrie gibt es derzeit keine Lebensmittel, denen gezielt Nanopartikel zugesetzt werden, um neuartige Eigenschaften hervorzurufen. Solche Produkte fielen als „Neuartige Lebensmittel“ unter die „Novel-Food-Verordnung“ und müssten eigens zugelassen werden. Auch entsprechende Anträge stehen noch aus.

Unter den bereits zugelassenen Lebensmittelzusatzstoffen sind jedoch einige, die unter die Definition für „technisch hergestellte Nanomaterialien“ fallen könnten. Ob dem so ist, wird derzeit geprüft. Sollte sich herausstellen, dass diese Zusatzstoffe als Nanomaterialien angesehen werden müssten, träte eine besondere Kennzeichnungspflicht in Kraft: Alle technisch hergestellten Nanomaterialien in Lebensmitteln müssen ab Dezember 2014 gekennzeichnet werden. Dann könnten Verbraucher in den Zutatenlisten „(nano)“ finden, wenn die jeweilige Zutat zu den technisch hergestellten Nanomaterialien gehört. Mehr Informationen dazu finden Sie in unseren Rubriken „Anwendung/Lebensmittel“ sowie „Recht/Kennzeichnung“.

Geht es um die Verpackungsmaterialien, sieht es jedoch anders aus. Verschiedene Nanomaterialien werden schon heute in Lebensmittelverpackungen eingesetzt. Mehr Informationen dazu finden Sie in unserer Rubrik „Anwendung/Verpackungen“.

Die Diskussion um die Definition und die Kennzeichnungsvorschriften für Nanomaterialien in Lebensmitteln ist nach wie vor in vollem Gange. Sie war auch Thema auf dem Kongress „Kleine Teilchen – große Fragen“ den das MLR im Jahr 2011 veranstaltete: Siglinde Stähle und Herbert Buckenhüskes als Vertreter Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) führten damals aus, dass es bisher auf dem europäischen Markt keine neuartigen funktionellen Lebensmittel gebe, in denen Nanotechnologien oder Nanomaterialien gezielt zum Einsatz kommen. Rüdiger Stegemann vom Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) hielt dagegen, dass man sich nicht einmal einig sei, was unter einem Nanomaterial zu verstehen sei und dass sich die Aussagen der Industrie mangels Kennzeichnungspflicht und geeigneter Messverfahren nicht überprüfen ließen. Während es auf dem deutschen Markt kein „Nano-Food“ gebe, sei der Markt vor allem in asiatischen Ländern jedoch groß: So seien beispielsweise Milch, deren Calcium- und Proteinanteile mit Nano-Filtration erhöht worden sind oder Platin-Joghurt, in dem nanogroße Metallpartikel für Schönheit und Gesundheit sorgen sollen, in Japan zu kaufen. Wir haben Ihnen hier die Expertenbeiträge aus dem Kongress zusammengestellt.

(Stand: Dezember 2012)

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