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Nanopartikel in Sitzbezügen

Stoffbezüge für Sitzkissen, die mit Nanotechnologien ausgestattet sind, sollen schmutzabweisend und leichter zu reinigen sein. Sind damit gesundheitliche Gefahren verbunden?

Um Polsterbezüge (und andere Textilien) mit schmutzresistenten, wasser- und fettabweisenden Oberflächen auszustatten, werden häufig Beschichtungen mit nanofeinem Siliciumdioxid eingesetzt. Sie sind durch das Herstellungsverfahren fest mit der Faser verbunden, um dort ihre Funktion zu erfüllen. Zwar kann es durch den Gebrauch zu Abrieb am Stoff kommen – dabei werden jedoch nicht einzelne Nanopartikel, sondern stets Fasern frei. Bei der Nutzung ist somit nach dem derzeitigen Kenntnisstand mit einem gesundheitlichen Risiko durch einen Kontakt mit Nanopartikeln nicht zu rechnen.

Die schmutz- und wasserabweisende Beschichtung mit Nano-Siliziumdioxid funktioniert nach dem Lotus-Effekt. Sie wird so strukturiert, dass sie winzige, nanokleine Erhebungen aufweist. Dadurch finden die Wassertropfen und andere Flüssigkeiten keinen Halt und perlen ab. Aufliegender Schmutz, Staub und Haare haften ebenfalls nicht fest an, sondern lassen sich leichter abwischen.

Neben Siliciumdioxid kann auch Nano-Titandioxid als Beschichtung in Textilien für eine leichter zu reinigende, schmutz- und wasserabweisende Oberfläche sorgen. Die Wirkung beruht auf dem hydrophilen (= wasserliebenden) Charakter des Wirkstoffes. Dadurch bildet sich ein Film auf der Oberfläche, der sich leicht entfernen lässt - und mit ihm der vorhandene Schmutz. Damit der Wirkstoff an Ort und Stelle seinen Dienst tut und die besonderen Eigenschaften möglichst lange erhalten bleiben, ist anzunehmen, dass er ebenfalls fest in das Material eingebunden ist.

Zudem gilt Nano-Titandioxid, das auch als UV-Filter in Sonnenschutzprodukten eingesetzt wird, als gut hautverträglich. Auch wenn sich Partikel herauslösen sollten, ist nicht mit negativen gesundheitlichen Wirkungen zu rechnen. Zum einen stellt gesunde, intakte Haut grundsätzlich eine gute Barriere gegen Nanopartikel dar. In gesunde Haut und in Haut, die durch einen Sonnenbrand geschädigt wurde, dringt Nano-Titandioxid nach derzeitigem Erkenntnisstand nicht ein. Sollten geringe Mengen über kleinere Hautverletzungen in die Haut oder die Blutbahn gelangen, sind ebenfalls keine gesundheitlichen Gefahren zu erwarten.

Um mehr darüber zu erfahren, welche Nanomaterialien in den Bezügen eingesetzt werden und wie fest sie in dem Stoff eingebunden sind, empfehlen wir, sich ergänzend zu unseren Informationen an den Hersteller zu wenden.

Mehr erfahren

Auf den Seiten des Nanoportals finden Sie ergänzende Informationen:
- zu Nanomaterialien in Textilien
- zu schmutz- und wasserabweisender Ausrüstung am Beispiel Markisen
- zum Lotus-Effekt

(März 2021)


Noch mehr Fragen und Antworten finden Sie in der Übersicht.
 

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