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Risiken von Nanopartikeln in Sonnencreme und im Corona-Impfstoff

Antwort auf Kommentar „Wirklich unbedenklich...“ vom 27.05.2021 zu Risiken von Nanopartikeln, Nanomaterialien in Sonnencreme und Lipid-Nanopartikeln im mRNA-Impfstoff:

Zu Nanomaterialien gehört eine Vielzahl von Verbindungen mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften. Die einen Nanomaterialien gibt es daher nicht. Ob mit ihnen gesundheitliche Risiken verbunden sind, hängt von der Art der Materialien und der Anwendung ab. Dabei ist es außerdem von Bedeutung, wie oft man mit der Substanz in Kontakt kommt und in welcher Menge.

Sonnencreme

Was Sonnencreme mit Nanopartikeln als UV-Filter betrifft, wird empfohlen, sie nur auf intakter Haut anzuwenden, um ein mögliches Eindringen der Partikel in tiefere Hautschichten und in die Blutbahn zu vermeiden. In gesunde und auch in sonnenbrandgeschädigte Haut dringen Nanopartikel nach dem derzeitigen Kenntnisstand nicht ein. Mehr Informationen dazu gibt es im Glossar unter Titandioxid und Zinkoxid. Die Oberhaut besteht aus mehreren Zellschichten und stellt eine wirksame Barriere gegen Nanopartikel dar, so dass sie nicht bis in tiefere Hautschichten gelangen.

Diese Informationen decken sich auch mit einem Artikel zu Nanopartikeln in Sonnencreme, auf den bei der Seite des genannten Zentrums für Nanotechnologie verwiesen wird. Hier wird ebenfalls von der Anwendung auf verletzter oder gereizter Haut abgeraten.

Lipid-Nanopartikel

Die Lipid-Nanopartikel in dem Impfstoff gleichen von der Zusammensetzung und vom Aufbau den Strukturen, die sich auch in Körperzellen finden. Die enthaltenen Fette und fettähnlichen Stoffe sind identisch mit solchen, die im Körper vorkommen oder haben eine große Ähnlichkeit mit ihnen. Es ist davon auszugehen, dass sie sozusagen „biologisch abbaubar“ sind und im Stoffwechsel wie andere Fette auch, z. B. aus der Nahrung, abgebaut werden. Mehr dazu beim Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in der Rubrik Sicherheit und Wirksamkeit.

Die Stoffwechsel- und Abbauvorgänge laufen auch ab, wenn die Fettbestandteile nicht über die Nahrung und damit über den Verdauungstrakt in den Körper gelangen, sondern wenn sie wie bei der Impfung direkt in die Blutbahn kommen. Nach diesem Prinzip funktioniert die sogenannte parenterale Ernährung, bei der mittels Infusionen Nährstoffe wie Fette, Kohlenhydrate, Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe direkt über die Blutbahn verabreicht werden.

Bei der Bewertung eines möglichen Risikos durch die Lipid-Nanopartikel ist zudem zu bedenken, dass es sich bei der Impfung um eine zweimalige Gabe handelt, bei der der Körper mit den Lipid-Nanopartikeln in Kontakt kommt. Eine dauerhafte oder immer wiederkehrende Belastung mit dem Stoff findet nicht statt. Das spricht ebenfalls dafür, dass das Risiko für negative Wirkungen nach dem derzeitigen Kenntnisstand als sehr gering einzustufen ist.


Nano-Medizin

Bei der genannten Quelle, dem Zentrum für Nanotechnologie in Münster, gibt es nicht nur Bedenken zur Nano-Medizin. Dort heißt es im ersten Absatz: „(…) Aufgrund der potenziell hohen Reaktivität, die auf dem großen Oberflächen-Volumen-Verhältnis von Nanopartikeln im Vergleich zu Bulk-Systemen beruht, besteht sowohl die Chance eines latenten Risikos für neue Nanosysteme als auch die Möglichkeit neuer, für die medizinische Anwendung nützlicher Wirkmechanismen. Eine enge Zusammenarbeit verschiedener Forschungsdisziplinen ist notwendig, um die Chancen zu nutzen, aber auch um die Risiken zu beachten.“

Es geht also darum, Risiken und Chancen zu erforschen, um das mögliche Potential zu nutzen und die Anwendungen gleichzeitig sicherer zu machen.

Mehr erfahren

Weitere Informationen zur Sicherheit und Anwendung finden Sie auf den folgenden Seiten des Nanoportals Baden-Württemberg:

Hintergründe zur Sicherheitsforschung

Wissenswertes zu Nanomaterialien in Kosmetik

Informationen zu Nanomaterialien in der Medizin

Nutzen und Risiken von Nano-Silber in der Medizin

Aktuelle Entwicklungen zu den Themen Anwendung, Forschung und Sicherheit und weitere Meldungen

(Juni 2021)


Noch mehr Fragen und Antworten finden Sie in der Übersicht.
 

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