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Einzelne Verbraucherfragen

Schuhimprägniersprays - Gefahr durch Einatmen?

Ich nutze ein Imprägnierspray für Schuhe, dass Nanoteilchen enthält. Ist das beim Einatmen gefährlich und können sich die Teilchen auch beim Anfassen der Schuhe lösen und möglicherweise schädlich sein?

Antwort

Für Leder und Textilien gibt es verschiedene Arten von Imprägnier-Sprays. Gemeinsam ist ihnen, dass sie chemische Wirkstoffe und Lösemittel enthalten. Pumpsprays, die ohne Treibgase allein durch Verdrängung der Flüssigkeit in den Zerstäuber arbeiten, erzeugen verhältnismäßig groben Nebel. Die Tröpfchen sind etwa 100 Mikrometer groß. Sie fallen sehr schnell nach unten und werden, sofern sie überhaupt eingeatmet werden, noch in der Nase und den Bronchien aufgehalten. In die Lunge oder gar die Lungenbläschen gelangen sie nicht.

Nicht einatmen: Sprays mit Treibgasen
Klassische Sprays arbeiten dagegen mit Treibgasen, die den Inhalt des Behälters unter Druck halten. Drückt der Anwender auf die Düse, wird die Mischung aus Wirkstoffen und Lösemitteln als feiner Nebel in die Luft abgegeben. Die Tröpfchen dieses Sprühnebels sind wesentlich kleiner und können daher auch in die Lunge gelangen. Ob und welche gesundheitlichen Effekte auftreten, wenn dieser Sprühnebel eingeatmet wird, hängt nicht allein von den enthaltenen Wirkstoffen ab. Auch die Lösemittel, die eingeatmete Menge und die Fähigkeit der Lunge, diese Fremdkörper wieder auszuscheiden, sind entscheidend. Die immer wieder beobachteten schädlichen Effekte von Imprägniersprays sind nicht auf Nanoteilchen darin zurückzuführen, sondern auf die weit häufiger verwendeten organischen Fluor-Verbindungen. Sie verursachen, wenn sie eingeatmet werden, nachgewiesenermaßen Atemstörungen und Entzündungen. Wer die Anwendungshinweise der Hersteller beachtet und Imprägniersprays stets in gebührendem Abstand und am besten Draußen einsetzt, muss jedoch keine Gesundheitsschäden fürchten.

Keine Gefahr durch Nano-Schutz
Die meisten Imprägniersprays arbeiten tatsächlich mit diesen Fluorcarbonharzen: Sie legen sich als wasserabweisender Film auf die Oberfläche der Schuhe und sorgen so dafür, dass das Leder oder Textilmaterial keinen Schaden durch Nässe nimmt. Dort, wo die Hersteller auf Nanotechnologien setzen, erzeugen sie mit Hilfe chemischer Wirkstoffe eine nanostrukturierte Oberfläche auf dem Schuh. Das geht auf zwei Wegen: Die einen verteilen Nanopartikel in einer Kunststoffmatrix, so dass sich beim Verdunsten der Lösemittel eine nanodünne Kunststoffschicht auf der Oberfläche bildet, in der die Nanopartikel winzige Berge und Täler formen. An einer so strukturierten Oberfläche findet Wasser keinen Halt und perlt einfach ab. Die Verbindung von Partikel und Kunststoffen kann nicht gelöst werden – selbst wenn sich die Imprägnierung abreibt oder mit der Hand abgerubbelt wird, werden dabei keine Nanoteilchen frei. Andere Hersteller schaffen diesen so genannten „Lotuseffekt“ auf den Schuhen ohne Nanopartikel. Sie verfügen über Wirkstoffkombinationen, die auch so eine nanostrukturierte Oberfläche erzeugen. Sie mit der Hand abzureiben ist ebenfalls kaum möglich, Nanopartikel werden auch hier im Fall der Fälle nicht frei.

(Stand November 2014)

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