Service-Navigation

Suchfunktion

Talkum und Siliciumdioxid in Vitamin D-Tabletten

Die beiden Mineralien sind als Hilfsmittel in den Vitamin D-Tabletten unseres Babys enthalten. Talkum stand lange in der Kritik, dass es sogar Krebs verursachen kann. Das gleiche gilt für Silizium, welches den Darm schädigen könnte. Gibt es Bedenken bei den Mineralien in den Tabletten oder handelt es sich um medizinische Verbindungen, die beispielsweise frei von Asbest sind und rein in ihrer Form? Beide Mineralien sollen ja auch die Lunge schädigen, wir müssen die Tabletten immer zerkleinern. Entsteht hier ein Risiko?

Talkum war aufgrund von Verunreinigungen mit Asbest in die Kritik geraten. Daraus wurde eine krebsauslösende Wirkung für talkumhaltigen Puder und andere Zubereitungen abgeleitet.

In den Vitamin D-Tabletten werden Talkum und Siliciumdioxid als Hilfsstoffe eingesetzt. Talkum, das in Arzneimitteln verwendet wird, muss entsprechend der rechtlichen Anforderungen asbestfrei sein. Dadurch ist sichergestellt, dass in zugelassenen Vitamin-D-Tabletten kein asbesthaltiges Talkum enthalten ist. Im Übrigen muss Talkum in Kosmetik-Produkten ebenfalls asbestfrei sein.

Gesundheitliche Wirkungen

Talkum wird auch als Lebensmittelzusatzstoff verwendet (E 553b) und darf als solcher kein Asbest enthalten. Er gehört zu der Stoffgruppe der Silikate, die gesundheitlich als unbedenklich gelten. Talkum kann Anteile an Nanomaterialien enthalten. Eine Überprüfung hat jedoch ergeben, dass E 553b bisher nicht als Nanomaterial im Sinne der lebensmittelrechtlichen Definition eingestuft werden muss.

Siliciumdioxid (E 551) wird ebenfalls als Lebensmittel-Zusatzstoff eingesetzt. Wie Talkum und eine Reihe anderer Zusatzstoffe enthält es nanoskalige Anteile. Ob es als Nanomaterial eingestuft und dementsprechend zu kennzeichnen ist, bleibt jedoch weiterhin unklar.

Es gibt Hinweise aus Untersuchungen, dass Siliciumdioxid einen negativen Einfluss auf den Darm haben könnte. Allerdings lassen sich aus den Ergebnissen noch keine Aussagen zu gesundheitlichen Wirkungen beim Menschen ableiten. So war in einem Fall die Dosis so hoch, dass noch zu klären ist, ob es auch bei verzehrsüblichen Mengen zu negativen Einflüssen kommt. Bei einer anderen Untersuchung wurden Siliciumdioxid-Partikel verwendet, die in E 551 nicht vorkommen.

Ein gesundheitliches Risiko beim Einatmen von Stäuben betrifft vor allem Arbeitsplätze, bei denen es dauerhaft (d h. jeden Tag für acht Stunden über Jahre bzw. Jahrzehnte) zu einer hohen Staubbelastung kommt. Beim gelegentlichen Einatmen von Stäuben wie sie beispielsweise beim Zerkleinern von Tabletten auftreten können, ist das Risiko dagegen als sehr gering einzustufen. Sollte es zu einer Belastung mit Staub kommen, tritt sie nur sehr kurzzeitig und in sehr kleinen Mengen auf.


Mögliche Alternativen

Eine Möglichkeit ist es, die Tabletten in etwas Wasser aufzulösen und dann zu verabreichen, z. B. mit einem kleinen Teelöffel. Dann müssen sie nicht zerkleinert werden. Falls Sie dennoch Bedenken wegen der Hilfsstoffe in den Tabletten haben, können möglicherweise Vitamin-D-Tropfen eine Alternative sein. Sie enthalten kein Siliciumdioxid und kein Talkum. Es gibt auch Vitamin D Tabletten, die kein Talkum oder kein hochdisperses Siliciumdioxid als Hilfsstoff enthalten.

Wir raten dringend, die Bedenken hinsichtlich der Tabletten mit dem Kinderarzt zu besprechen und mit ihm zu klären, welche Lösungsmöglichkeiten und Alternativen es gibt, um die Vitamin D-Versorgung Ihres Kindes sicherzustellen.


Mehr erfahren

Mehr zu Nanomaterialien in Lebensmitteln und in Lebensmittel-Zusatzstoffen wie Siliciumdioxid und Talkum finden Sie hier beim Nanoportal Baden-Württemberg in der Rubrik Anwendung.

Mehr Informationen zu den Inhaltsstoffen der Vitamin D-Tabletten und möglichen Risiken können das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) geben.

Über Lebensmittelzusatzstoffe informiert die Datenbank Zusatzstoffe Online.

(Mai 2021)


Noch mehr Fragen und Antworten finden Sie in der Übersicht.
 

Kommentare (0)

Es können folgende HTML Formatierungen verwendet werden: <b> <i> <u>

Fußleiste