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Einzelne Verbraucherfragen

Nanopartikel in der Haut?

Können Nanopartikel aus der Kleidung in die Haut eindringen?

Antwort

Grundsätzlich stellt gesunde Haut eine gute Barriere gegen Krankheitserreger und auch Nanopartikel dar. In verschiedenen Forschungsprojekten wurde immer wieder belegt, dass Nanopartikel gesunde Haut nicht durchdringen können. Geschädigte Haut ist durchlässiger und lässt Nanopartikel in geringem Maße durch. Bisher gibt es jedoch keine Hinweise, dass sie die tieferen Hautschichten oder gar die Blutbahnen erreichen würden.

Bei Textilien gibt es die Möglichkeit, die Nanopartikel in die Faser zu integrieren oder sie über eine Veredlung auf die Oberfläche der Faser aufzuziehen. In beiden Fällen soll die Ausrüstung sehr beständig sein, denn die besonderen Eigenschaften, die die Textilien durch die so genannte „Faserfunktionalisierung“ erhalten, soll in der Regel mindestens 100 Wäschen halten. Ein Abrieb der Beschichtung oder von Teilen der modifizierten Faser ist daher - wenn überhaupt - nur bei starker mechanischer Belastung zu erwarten, aber nicht beim normalen Tragen von Kleidung.

Im Rahmen des Forschungsprojektes TechnoTox, das vom Land Baden-Württemberg gefördert wird, untersuchen die Hohenstein Institute zusammen mit dem ITV Denkendorf, ob überhaupt nanoskalige Bruchstücke von Textilien abgerieben werden und ob diese dann gegebenenfalls biologische Wirkungen aufweisen. Die bisherigen Ergebnisse zeigen dabei alle, dass bei starker mechanischer Belastung zwar Bruchstücke entstehen können, die aber nicht mehr nanoskalig sind, sondern wesentlich größer. „Bei den Proben war weder eine Wirkung auf Umweltorganismen, noch eine toxische Wirkung auf menschliche Zellen und Gewebe festzustellen“, schreibt Dr. Tim Hammer von den Hohenstein Instituten. Richtig ist außerdem, dass beim normalen Aus- und Anziehen von Kleidungsstücken ohne den Einsatz von Nanoveredelungen feinste Baumwollpartikel bzw. Textilfasern im nanoskaligen Bereich freigesetzt werden. Es gibt bisher keine Hinweise darauf, dass dies zu gesundheitlichen Gefahren führen würde.

(Stand Mai 2012)

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