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Einzelne Verbraucherfragen

Zulassungspflicht für Nano-Textilien

Müssen Nano-Textilien zugelassen werden, bevor sie verkauft werden dürfen?

Antwort

Die Chemikalien, mit denen Textil-Fasern ausgerüstet werden, unterliegen dem Chemikalienrecht (REACH) und weiteren strengen Regularien, wie beispielsweise der Biozid-Verordnung. Im Rahmen dessen müssen sie in der EU und für Textilien zugelassen sein. Allerdings werden die nanospezifischen Eigenschaften von Chemikalien im Zulassungs- und Registrierungsverfahren REACH bisher nur sehr ungenügend erfasst.

Die später hergestellten Textilien unterliegen dann nur noch in Ausnahmefällen einer eigenen Zulassung: Textilien für den normalen Gebrauch im Alltag müssen von niemandem geprüft und zugelassen werden. Die Hersteller tragen jedoch die Verantwortung dafür, dass von ihren Produkten keine gesundheitlichen Gefahren ausgehen. Es ist Aufgabe der Marktüberwachungsbehörden der Bundesländer, dies zu überprüfen. Verbraucherorganisationen weisen jedoch darauf hin, dass geeignete, standardisierte Routineuntersuchungen auf Nanomaterialien bisher fehlen.

Sind die Textilien allerdings als Medizinprodukte anzusehen, müssen sie ein spezielles Zulassungs- und Registrierungsverfahren durchlaufen. Wie dies im Einzelnen aussieht, hängt davon ab, wofür die Textilien eingesetzt werden sollen und wie eng und lang dabei der Körperkontakt ist. So sind beispielsweise medizinische Stützstrümpfe ein Medizinprodukt der Klasse I – von ihnen geht kein Risiko für den Menschen aus, sie werden vorübergehend und oberflächlich eingesetzt. Sie werden weniger intensiv beurteilt als etwa ein Herniennetz, das nach einer Leistenbruch-OP im Körper des Menschen verbleibt und deshalb der höchsten Medizinproduktklasse III zugeordnet ist. Bei der Zulassung in dieser Klasse spielen die Stoffeigenschaften eine ebenso große Rolle wie die möglichen Folgen, die sich aus dem direkten Kontakt zwischen menschlichem Gewebe und den Materialien des medizinischen Textils im Körper ergeben (können).

(Stand 2012)

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