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Einzelne Verbraucherfragen

Nanoteilchen im Druckerstaub

Wir nutzen zu Hause einen Laserdrucker. Nun machen wir uns Sorgen wegen des Feinstaubs. Werden beim Drucken auch Nanopartikel freigesetzt? Wie können wir uns im Haushalt davor schützen?

Antwort

Das Umweltbundesamt bezeichnet all jene „Teilchen in der Luft, die nicht sofort zu Boden sinken, sondern eine gewisse Zeit in der Atmosphäre verweilen“ als Feinstaub. Das trifft auf Teilchen zu, deren Durchmesser kleiner als zehn Mikrometer ist. Doch diese sind verschieden nach Herkunft, Größe und gesundheitlichen Wirkungen, so dass die Fachleute weiter unterscheiden: Teilchen, die weniger als 2,5 Mikrometer messen, werden als „feinere Teilchen, bzw. Feinfraktion“ bezeichnet. Partikel, die kleiner als 100 Nanometer (0,1 Mikrometer) sind, werden ultrafeine Partikel genannt.

Foto: brit berlin / pixelio.de

Flüssiger "Staub"
Feinstäube sind in unserer Umgebung allgegenwärtig, der größte Teil lässt sich heute auf menschliches Handeln zurückführen. Einige Feinstäube entstehen direkt durch einen Prozess – etwa Verbrennungen oder Zerkleinern von Materialien. Andere sind Ergebnis einer chemischen Reaktion in der Luft, bei der aus gasförmigen Substanzen Partikel entstehen. Der Feinstaub, der beim Drucken und Kopieren frei wird, ist nach allem was man bisher weiß, eine Mischung aus beidem. Neben dem feinen Papierstaub werden auch ultrafeine „Partikel“ aus organischen und anorganischen Materialien (Eisenoxide, Siliciumoxid, Nickel, Chrom, Titanoxid) gemessen. Genau genommen sind diese Nanopartikel keine festen Teilchen, sondern winzige Tröpfchen, die mit unterschiedlichen Substanzen aus dem Druckprozess beladen sein können. Was in welchen Mengen und Verhältnissen genau frei wird, unterscheidet sich nach Druckertyp, Tonerfarbe, Papierart, Alter und Wartungszustand der Geräte.

Risiko für die Gesundheit?
In Versuchen an Tieren und Zellkulturen fanden Forscher Hinweise auf mögliche gesundheitliche Gefahren durch Ultrafeinstäube aus Druckern und Kopierern. Doch es war nicht die Zahl der Partikel, die in Tier- und Zellversuchen Entzündungsreaktionen oder Erbgutschäden verursachte. Vielmehr hängen Art und Schwere der beobachteten Effekte davon ab, wie groß die Teilchen sind, woraus sie bestehen, wie sie geformt sind, wie ihre Oberfläche beschaffen ist und mit welchen anderen Stoffen sie gemeinsam auftreten. In Untersuchungen an Menschen, die beruflich viel mit Tonern zu tun hatten, Drucker oder Kopierer herstellten oder jahrelang in Copy-Shops gearbeitet hatten, konnten keine gesundheitlichen Folgen durch die nanofeinen Partikel beobachtet werden. Weder war ihre Lungenfunktion beeinträchtigt, noch hatten sie häufiger Allergien, Atemwegserkrankungen oder Lungenkrebsfälle.

Doch auch ohne belastbaren statistischen Zusammenhang berichten Menschen immer wieder von Belastungen der Atemwege, Hauterkrankungen, Magen-Darm-Beschwerden oder Konzentrationsstörungen, die sie in direkten Zusammenhang zu einer intensiven Arbeit mit oder in der nähe von Laserdruckern bringen. Arbeitsmedizinisch gilt daher das Vorsorgeprinzip: Für Büroarbeitsplätze wird, zum Beispiel vom BAuA, empfohlen, Drucker und Kopierer abseits der Schreibtische in separate, gut belüfteten Räume zu stellen, das Nachfüllen der Toner nur mit Handschuhen und Mundschutz vorzunehmen und die Geräte regelmäßig warten zu lassen.

Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Lüften und Staubwischen
Auch im Privathaushalt gehören Laserdrucker und Kopierer zu den Hauptquellen für Ultrafeinstaub – neben dem Rauchen, Kerzen, Kochen und Braten, offenen Kaminen sowie Staubsaugen mit Geräten ohne gute Abluftfilter. Auch hier kann daher sinnvoll sein, den Drucker nicht direkt am Schreibtisch stehen zu haben und Tonerkartuschen nicht selbst nachzufüllen. Nach bisherigem Kenntnisstand reichen regelmäßiges Lüften und feuchtes Staubwischen aber aus, um den unvermeidlichen Ablagerungen im Haushalt Herr zu werden.

(Stand: April 2014)

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