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Verhalten von Nanopartikeln in Imprägniersprays

Wie verhalten sich in Imprägniersprays enthaltene Nanopartikel ca. fünf Minuten nach dem Versprühen im Freien? Können sie an der Kleidung oder den Haaren haften und in die Wohnung getragen werden? 

Für die Klärung der Fragen haben wir uns an die Experten des Projektes DaNa und des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) gewandt. 

Für das DaNa-Experten-Team haben Wissenschaftlerinnen des Karlsruher Institutes für Technologie (KIT) geantwortet. Sie weisen daraufhin, dass in den meisten Imprägniersprays keine Nanomaterialien enthalten sind. Die Sprays sorgen dafür, dass die enthaltenen Komponenten einen Nanofilm auf dem zu imprägnierenden Material bilden. Wenn Nanomaterialien verwendet werden, sind es häufig Zinkoxide, Titandioxid oder Siliziumdioxid. Aussagen zu einer möglichen Gefährdung bei der Anwendung von Imprägniersprays können nur im Einzelfall getroffen werden, wenn nähere Kenntnisse über die Inhaltsstoffe vorliegen.

Verhalten der Nanopartikel

Zum Verhalten bei der Anwendung an der frischen Luft geben die Expertinnen folgende Informationen: Von einem Imprägnierspray erzeugte Aerosole mit Nanomaterialien können länger in der Luft verbleiben als fünf Minuten. Jedoch verteilen sie sich im Freien in der Luft, lagern sich schnell zu größeren Komplexen zusammen oder binden sich an die in der Luft enthaltenen Partikel wie Staub oder Pollen. Daher sind nach kürzester Zeit keine einzelnen Nanopartikel mehr vorhanden. 

An Pollen oder Hausstaub gebundene Nanopartikel können eingeatmet werden und in die Lunge gelangen. Dort könnten sie nach Ansicht der Expertinnen rein theoretisch freigesetzt werden. 

Theoretisch könnten die Nanopartikel auch an Kleidung sowie Haaren haften und auf diese Weise in die Wohnung transportiert werden, allerdings vermutlich nur in geringen Mengen. Ob es sich dabei dann tatsächlich noch um Nanopartikel oder um Agglomerate, d. h. Ansammlungen von schwach gebundenen Partikeln handelt, ist schwer zu sagen. Feinstaub bleibt als Schwebstaub eher in der Luft, zusammengeballte Staub-Ansammlungen finden sich am Boden. Sie sind beispielsweise durch feuchtes Wischen zu entfernen. 

Weitere Einschätzungen

Die Fachleute des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) geben an, dass die möglicherweise nanopartikelhaltigen Tröpfchen aus dem Aerosol des Imprägniersprays langsam zu Boden sinken würden, wenn keine äußeren Einflüsse wie Wind dazukommen. Diese Einflüsse sorgen dafür, dass das Aerosol verteilt und weitertransportiert wird. Wie schnell das geht, ist vom Wetter und den örtlichen Bedingungen abhängig. 

Es ist möglich, dass die Nanopartikel auch an Kleidung oder Haaren haften und in Innenräume gelangen. Jedoch liegen dem BfR dazu keine näheren Ergebnisse von Untersuchungen vor. 

Wie sich Imprägniersprays mit Nanopartikeln in der Lunge verhalten, wurde in dem unter der Leitung des BfR durchgeführten Projekt NANOaers untersucht. Hier zeigte sich, dass vor allem die Lösungsmittel und andere enthaltene Additive für mögliche schädliche Effekte verantwortlich sind.

Empfehlungen

Um den Kontakt mit gesundheitlich bedenklichen Stoffen und daraus resultierende mögliche gesundheitliche Belastungen durch Imprägniersprays weitestgehend gering zu halten, sollten sie im Freien angewendet und der Sprühnebel nicht eingeatmet werden. Empfohlen wird, einen möglichst großen Abstand einzuhalten und mit wenigen kurzen Sprühstößen zu imprägnieren. Das gilt für Personen, die das Spray selbst nutzen oder sich bei der Anwendung in unmittelbarer Nähe aufhalten. Es ist davon auszugehen, dass das Risiko für den Kontakt mit bedenklichen Inhaltsstoffen und für mögliche gesundheitliche Belastungen noch weiter abnimmt, wenn ein zeitlicher und räumlicher Abstand zur Anwendung besteht. 

Weitere Informationen zum sicheren Umgang mit Imprägniersprays finden Sie hier im Nanoportal Baden-Württemberg in dem Artikel „Haushalt“ in der Rubrik "Anwendung" und in dem Beitrag "Schuhimprägniersprays - Gefahr durch Einatmen?" in der Rubrik „Ihre Fragen“. 

(Dezember 2021)


Noch mehr Fragen und Antworten finden Sie in der Übersicht.
 

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