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Nano im Verbrauchermonitor

Seit dem Jahr 2010 untersucht das Verbraucherministerium Baden-Württemberg gezielt, was Verbraucherinnen und Verbraucher bewegt. Auch im Jahr 2015 wurden sie gefragt, was ihnen wichtig ist und wo sie sich verbraucherpolitische Unterstützung wünschen. Auf Initiative des Ministeriums lag ein Schwerpunkt diesmal auf den Nanotechnologien.

Bild: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Etwa 700 Bürgerinnen und Bürger über 14 Jahre fragte die Gesellschaft für Konsumforschung, was ihnen in den Konsumbereichen des Alltags wichtig ist und welche Unterstützung sie sich politisch wünschen. Die Antworten zum Thema Nanotechnologien zeigen unter anderem, dass sie den Technologien und ihren Anwendungen überwiegend aufgeschlossen gegenüberstehen, die derzeitigen Kennzeichnungsregeln jedoch längst nicht ausreichen, um ihren Wunsch nach sachlicher Information zu befriedigen.

  • Etwa 60 % der Verbraucher kennen Nano-Anwendungen in Alltagsprodukten wenigstens indirekt. Unter den 14- bis 29-jährigen geben sogar 84 % der Befragten an, Nano-Produkte oder wenigstens eine Anwendungsmöglichkeit zu kennen.
  • Mehr als ein Drittel von denen, die Nano-Anwendungen kennen, verbinden mit der kleinen Vorsilbe „eher Gutes“. Unter den 14- bis 19-jährigen sieht sogar die Hälfte „eher Gutes“ darin. Nur jeder zehnte ist so skeptisch, dass er „eher Schlechtes“ mit dem Begriffsteil „Nano“ verbindet. Die Hälfte der Verbraucherinnen und Verbraucher, die Nano-Produkte wenigstens vage kennen, verbinden mit „Nano“ weder Gutes noch Schlechtes.
  • Nur etwa die Hälfte derer, die Nano-Anwendungen kennen, fühlt sich gut über Nano-Produkte informiert. Nachbesserungsbedarf scheint es vor allem in zwei Gruppen zu geben: Mehr als die Hälfte der 14- bis 29-jährigen wie auch der Über-55-jährigen geben an, sich schlecht oder sehr schlecht informiert zu fühlen.

Differenzierter Blick
Verbraucherinnen und Verbraucher scheren Produkte mit Nanomaterialien nicht über einen Kamm. Sie entscheiden sich von Fall zu Fall. In der Liste der Produkte, die gerade dann gekauft werden, wenn sie Nanomaterialien enthalten, stehen Putz- und Reinigungsmitteln sowie Textilien auf den ersten Plätzen. Für beinahe alle Produktgruppen wird der Hinweis auf Nanomaterialien eher als Anreiz zum Kauf genommen, denn als Grund für Ablehnung. Deutliche Ausnahme: Die Lebensmittel. Würden hier Nanomaterialien eingesetzt, würden sich doppelt so viele Verbraucher gegen das Produkt entscheiden, wie dafür. Im Falle der Kosmetika ist es annähernd umgekehrt: Hier gaben doppelt so viele Befragte an, sich bewusst für nanomaterialhaltige Kosmetika zu entscheiden, wie ihre Ablehnung betonten.

Kennzeichnung gewünscht
Etwa 80 % der Verbraucher lesen auf den Verpackungen von Produkten des
täglichen Bedarfs zumindest selten die Angaben über die Inhaltsstoffe –
etwa die Hälfte von ihnen tut das sogar fast immer oder häufig. Ebenso viele wünschen sich eine Kennzeichnung von Nanomaterialien direkt auf den Produkten. Ein Produktregister im Internet allein würde den meisten nicht ausreichen. Die Hälfte der Kennzeichnungsbefürworter wünscht sich eine solche Kennzeichnung zudem für alle Produktgruppen. Dass Kosmetika bereits eine Nano-Kennzeichnung tragen, ist offenbar nur wenigen bewusst. 57 % der Befragten im Verbrauchermonitor 2015 wussten überhaupt nicht, dass Nanomaterialien in einigen Produktgruppen auf der Verpackung gekennzeichnet werden müssen.

Gefragt, wie die Kennzeichnung idealerweise aussehen sollte, sprechen sich beinahe die Hälfte der Verbraucherinnen und Verbraucher dafür aus, das enthaltene Nanomaterial genau zu benennen. Eine grafische Kennzeichnung wird von fast ebenso vielen gewünscht. Das deutet darauf hin, dass die bestehenden Kennzeichnungsvorschriften ihr Ziel, nämlich Verbrauchern Auskunft zu geben, derzeit verfehlen.

Der Verbrauchermonitor 2015 sowie die Ergebnisse der vorangegangenen Befragungen steht auf www.verbraucherportal-bw.de.

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