Service-Navigation

Suchfunktion

Baden-Württemberg belegt bei Nanotechnologien Spitzenplatz

(19.08.2019) Friedlinde Gurr-Hirsch, Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz weiß: „Baden-Württemberg belegt bei den Nanotechnologien einen Spitzenplatz bei Forschung und Lehre sowie bei der Analyse von Materialien“. Sie nutzte die Augusttage für den Besuch bei einigen dieser Spitzenreiter.
 

Seit dem Wintersemester 2011/12 gibt es an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen den interdisziplinären Studiengang Nano-Science. „Verantwortung der Wissenschaft, Umgang mit Risiken, aber auch transparente Kommunikation und Bürgerdialoge sind hierbei wichtige ethische Inhalte“, hob Staatssekretärin ein bedeutsames Merkmal des Tübinger Curriculums hervor.
 

Warum Ethik Pflichtfach ist und wie die Masterstudentinnen und -studenten im Planspiel Na-No auf den gesellschaftlichen Dialog vorbereitet werden, erläutern die beiden Seminarleiter im Interview mit dem Nanoportal.
 

HighTech für modernste Analytik

Am Zentrum für Analytik und Elektronenmikroskopie des Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Instituts der Universität Tübingen (NMI) konnte Staatssekretärin Gurr-Hirsch selbst einen Blick in den Nanokosmos werfen. Dank der Förderung des Landes Baden-Württemberg und der Europäischen Union stehen heute am NMI zwei der weltbesten Elektronenmikroskope. Als regionaler Dienstleister ermöglicht das NMI Forschungseinrichtungen und regionalen Unternehmen aus der Medizintechnik sowie des Fahrzeug-, Maschinen- und Werkzeugbaus einen einfachen Zugang zu modernster Nanotechnik.
 

„Die Überwachungsbehörden in Baden-Württemberg stehen wegen der Kleinheit der Partikel und der Komplexität der Medien vor großen Herausforderungen bei der Analyse von Lebensmitteln, kosmetischen Mitteln und sonstigen Materialien, die Nanopartikel enthalten. Im Dialog mit anderen Ländern und Institutionen sowie dem Zentrallabor der EU am Joint Research Center in Ispra (Italien) wird derzeit intensiv an standardisierten Analyse- und Nachweisverfahren geforscht. Ich bin sehr froh, dass wir nun am NMI in Reutlingen die technische Infrastruktur für beste verfügbare Analytik haben. Das Land und die EU haben den Aufbau des Zentrums für Nanoanalytik gefördert. Nun müssen wir alle Akteure zusammenbringen, um einen größtmöglichen Verbraucherschutz sicherzustellen“, erläutert die Staatssekretärin ihre Ziele.
 

Mehr über das NMI finden Sie hier.
 

Wie man am Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe mit den Herausforderungen der Nano-Analytik umgeht, erläutert unsere Bildreportage „Verstecken gilt nicht“
 

Wegweisende Medizintechnik

Im Jahr 2013 hatte das Land Baden-Württemberg dem Medizintechnik-Unternehmen Orthobion für seine Vorreiterrolle bei der Entwicklung nano-beschichteter Biomaterialien für Wirbelsäulenimplantate mit dem Dr.-Rudolf-Eberle-Preis ausgezeichnet. Bei ihrem Besuch am 13. August konnte sich Staatssekretärin Gurr-Hirsch in Konstanz Labor und Produktion des einstigen Start ups ansehen und über die derzeitigen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben informieren. „Mit Titan beschichtete Wirbelsäulenimplantate sind ein gutes Beispiel für Erfindergeist und Hochtechnologie sowie eine erfolgreiche Forschung und Entwicklung im Bereich der Nanotechnologien in Baden-Württemberg“, so die Staatssekretärin. Aus dem viel versprechenden Start up ist längst ein etabliertes Medizintechnik-Unternehmen geworden. Für seine wegweisenden Implantate wurde es im vergangenen Jahr mit dem britischen „Technology Award for Best Spinal Treatment“ ausgezeichnet.
 

Unsere Bildreportage „Knochenwachstum an Nanoschichten aus Titan“ gibt Einblick in das Prinzip und die Anfänge der Produktion bei Orthobion in Konstanz.
 


 

Hier finden Sie alle Informationen rund um den Nano-Dialog Baden-Württemberg.
Hintergrund

Die Verbraucherpolitik Baden-Württembergs versteht Transparenz und Verbraucherinformation als zentrale Aufgaben. Das gilt auch für die gesellschaftliche Debatte um einen verantwortungsbewussten Umgang mit Nanotechnologien. Schon im Jahr 2008 rief das baden-württembergische Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz den Nano-Dialog Baden-Württemberg ins Leben, der bis heute fortbesteht. Der Dialog bringt Verbraucher sowie Akteure aus Wirtschaft, Forschung und Politik auf verschiedenen Wegen zusammen, damit sie die unterschiedlichen Standpunkte kennenlernen, abwägen und in ihre eigenen Erkenntnis- und Entscheidungsprozesse einbeziehen können. Konsequent stehen dabei die Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher im Mittelpunkt. Das Online-Angebot „Nanotechnologien im Alltag – Das Verbraucherportal aus Baden-Württemberg“ (www.nanoportal-bw.de) ist seit dem Jahr 2011 das Schaufenster dieses deutschlandweit einzigartigen Dialog-Prozesses.
 
 

Kommentare (0)

Es können folgende HTML Formatierungen verwendet werden: <b> <i> <u>

Fußleiste