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Carbonfasern aus Buchenholz

(13.08.2019) Baden-Württemberg soll in der Erforschung von Hightech-Materialien auf der Basis nachwachsender Rohstoffe eine Spitzenposition behaupten. Forschungskooperationen stellen den Anspruch sicher.
 

Beim Besuch der acht Forschungsteams in den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung (DITF) in Denkendorf informierte sich Baden-Württembergs Verbraucherminister Peter Hauk persönlich darüber, wie Buchenholz aus den heimischen Wäldern des Bundeslands künftig als nachwachsende Ressource für Hightech-Werkstoffe genutzt werden kann. Carbonfasern, die aus Zellulose- und Lignin aus Buchenholz bestehen, sind die ökologische Variante für technische Anwendungen. Das Forschungsteam „Technikum Laubholz“ im DITF-Zentrum für Hochleistungsfasern zeigte dem Minister, wie es den Wissenschaftlern - zunächst im Labormaßstab – gelang, solche Hightech-Werkstoffe aus dem Naturprodukt herzustellen. „Damit ist die Nutzung des Buchenholzes nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll“, begründen sie ihre Arbeiten am nachwachsenden und CO2-neutralen Rohstoff.
 

Hightech-Forschung am Naturstoff Holz

Carbonfasern werden in der Industrie immer wichtiger. Entwickler setzen sie im Fahrzeugbau oder in der Raumfahrt ein, weil sie hitzebeständig und sehr belastbar sind. Auch am Bau gewinnen Carbonfasern an Bedeutung, da sie Materialien leichter und gleichzeitig stabiler machen. Allerdings haben diese neuartigen Werkstoffe derzeit noch gravierende ökologische Minuspunkte in ihrer Bilanz. Ihr Ausgangsprodukt – meist Polyacrylnitril - basiert auf Erdöl und ist giftig. Bei der Verarbeitung entstehen Abgase, die gereinigt werden müssen. Zusammen mit dem energieintensiven Produktionsaufwand macht dies das Verfahren teuer und ökologisch unattraktiv.
 

Minister Hauk (rechts) beim Besuch im DITF

Da kann nun Buchenholz helfen. Es ist vielseitig verwendbarer, nachhaltig, CO2-neutral und wächst reichlich in den Wäldern. Nur nutzt den Naturstoff bisher kaum jemand als Hightech-Material. Das aber will das Land Baden-Württemberg nun ändern und zukünftig eine Spitzenposition in der Verwendung von laubholzbasierten Rohstoffen aufbauen und einnehmen. Deshalb vereinbarte das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz jetzt in Denkendorf mit den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung eine Forschungskooperation. Das DITF soll künftig die Schnittstelle zur Industrie bilden und ökonomische sowie ökologische Herstellungsverfahren für aus Buchenholz hergestellte Zellulose- und Ligninfasern für technische Anwendungen entwickeln. Die Wissenschaftler und Minister Peter Hauk sind sich einig: Buche ist dafür eine geeignete Alternative. „Ich bin beeindruckt von der Vielfalt der möglichen und bereits entwickelten Verfahren zur Herstellung von Carbonfasern. Die Zeit ist reif für eine großtechnische Anwendung“, sagte Hauk nach seinem Rundgang durch die Technika der DITF.
 

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