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Forschungen zu Nanoplastik sollen Verbraucher vor Risiken schützen

(09.12.2021) Die Belastung der Umwelt mit Plastikabfällen und daraus entstehendem Mikroplastik nimmt stetig zu. Diese Kunststoffteilchen zersetzen sich weiter zu winzigen, nanogroßen Partikeln. Zu diesem sogenannten Nanoplastik sind derzeit noch viele Fragen offen. Um welche Partikel es sich dabei genau handelt, in welchen Mengen sie vorkommen und welche Risiken für Mensch und Umwelt mit ihnen verbunden sind, ist Gegenstand der Forschung.
 

Foto: www.pixabay.com

Die Nanokunststoffe, die aus Mikroplastik entstehen, können nach Angaben von Wissenschaftlern als eine Art zufällige Nanomaterialien eingestuft werden. Sie sind von gezielt hergestellten Nanomaterialien zu unterscheiden, die für einen bestimmten Zweck verwendet werden. Daneben werden Mikro- und Nano-Kunststoffpartikel noch aus anderen Quellen durch Abrieb oder Abnutzung freigesetzt, z. B. aus Reifen oder Textilien.

Die beiden EU-Projekte POLYRISK und PlasticsFatE, die noch bis Ende März 2025 laufen, erforschen die möglichen gesundheitlichen Risiken von Mikro- und Nanokunststoffen grundlegend. Diese Risikoforschung bildet die Basis, um mögliche Gefahren einzuordnen und bewerten zu können. Aus den Ergebnissen können im Anschluss Empfehlungen für regulierende Maßnahmen (z. B. Gesetze) abgeleitet werden, die zum Gesundheitsschutz der Bevölkerung beitragen können. An den beiden Projekten ist die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) beteiligt.

Das Projekt POLYRISK untersucht, im welchem Umfang Menschen mit Mikro- und Nanoplastik in Kontakt kommen und wie sich die Verbindungen auf die Gesundheit auswirken. Mit neuen Methoden sollen die Verbindungen näher bestimmt und mögliche toxische Wirkungen erforscht werden. Bei der BAM werden bereits vorhandene Test- und Referenzmaterialien für Mikroplastik weiterentwickelt und für Nanoplastik neu geschaffen. Darauf aufbauend können gesicherte Methoden für Untersuchungen, Bewertungen und Datenerhebungen entwickelt werden.

Die Forschungen von POLYRISK werden durch das Projekt PlasticsFatE ergänzt. PlasticsFatE steht für „Plastics Fate and Effects in the Human Body“, das bedeutet „Verbleib und Auswirkungen von Kunststoffen im menschlichen Körper“. Hierbei wird ein umfangreiches Mess- und Testprogramm eingerichtet, das bestehende und neue Bestimmungsmethoden für Mikro- und Nanoplastik in Produkten und Körpergeweben überprüfen und verbessern soll. In dem Zusammenhang ist es eine weitere Aufgabe der BAM, die neu entwickelten Referenzmaterialien umfassend zu beschreiben.

Mehr erfahren

Was Untersuchungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zu Mikro- und Nanoplastik bisher ergaben, haben wir in diesem Beitrag zusammengestellt.

Weitere Informationen zu Mikroplastik bieten die Fragen und Antworten des BfR. 

Über gesundheitliche Aspekte von Nanomaterialien und Sicherheitsbewertungen informiert die Rubrik Gesundheit.

Näheres zur Sicherheitsforschung bei Nanomaterialien erfahren Sie in diesem Artikel.

Das Interview mit Frau Dr. Anklam von der Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC) der EU-Kommission gibt einen tieferen Einblick in die Sicherheitsbewertungen von Nanomaterialien.


Neugierig? Mehr Meldungen aus der Nano-Welt finden Sie in unserem Archiv.

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