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Nano-Material und Arbeitsschutz in Europa

(19.11.2019) Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in Dortmund sieht nach eigenen Angaben keine Notwendigkeit, auf Grundlage einer ab 2020 wirksam werdenden Ergänzung der Europäischen Chemikalienverordnung (REACH) für Nano-Stoffe besondere Prüf- und Informationsanforderungen bei der Registrierung zu verändern.
 
 

Es gebe derzeit weder im deutschen noch im europäischen Arbeitsschutzrecht einheitliche Regelungen für die Gruppe der Nanomaterialien auf Grundlage einer Definition, schlussfolgert das Bundesamt in seiner aktuellen Reaktion auf die neuen EU-Anforderungen. „Diese sind aus Sicht der BAuA auch nicht erforderlich“, heißt es dort in der Bewertung der geltenden Arbeitsschutzvorschriften sogar wörtlich.
 

Nur geringe Unterschiede in der toxischen Wirkung

Zur Begründung für diese Auffassung führt die BAuA die „geringeren Unterschiede in der toxischen Wirkstärke zwischen mikro- und nano-skaligen Materialien gleicher chemischer Zusammensetzung“ bei so genannten lungengängigen, granulären und biobeständigen Stäuben (GBS –Materialien) an. Res seien Materialien gleicher chemischer Zusammensetzung.
 

Bei Fasermaterialien, begründet das Bundesamt, „wären einheitliche Schutzauflagen für Nanomaterialien sogar kontraproduktiv“, da die toxische Wirkstärke bei sehr geringem Faserdurchmesser im nanoskaligen Bereich (unter 30 nm) aufgrund des Verlustes der Fasersteifigkeit deutlich abnehmen kann und oberhalb von 100 nm bis ca. 3.000 nm durch die Definition gar nicht erfasst werde.
 

Um die Sicherheit an Arbeitsplätzen zu gewährleisten, reiche im Regelfall eine Charakterisierung auf Grundlage der Informationen im Sicherheitsdatenblatt aus.
 

Für die Weiterentwicklung der Arbeitsschutzrichtlinien in Europa schlägt die BAuA dennoch vor, dass ein „Allgemeiner Staubgrenzwert“ und spezifische Maßnahmen für „partikelförmige chemische Arbeitsstoffe“ in die Agenzien-Richtlinie 98/24/EG aufgenommen werden.
 


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