Service-Navigation

Suchfunktion

Nanomaterialien in Fischen nachgewiesen

(03.05.2021) Nanomaterialien können sich an Mikroorganismen binden und auf diese Weise in die Nahrungskette gelangen. Das konnten Forscher am Beispiel von Fischen zeigen. Sie fanden außerdem heraus, dass sich die Nanomaterialien in den Organismen verändern und anreichern können. Ihre Beobachtungen können dazu beitragen, das Verhalten von Nanomaterialien in der Umwelt besser zu verstehen.
 

Ein Forscherteam des Instituts für Umweltwissenschaften an der niederländischen Universität Leiden entwickelte eine Methode, um Nanomaterialien in Blut und Gewebe bestimmen und zurückverfolgen zu können. Bei Tests mit Gold-Nanopartikeln an Algen, Wasserflöhen (Daphnien) und Fischen entdeckten die Forscher, wie sich diese Nanopartikel in der Nahrungskette verhalten können.

Es zeigt sich, dass sich die Nanopartikel an die Oberfläche der Algen heften, von den Wasserflöhen und darüber schließlich von den Fischen aufgenommen wurden. In weiteren Untersuchungen stellten die Forscher fest, dass die Nanomaterialien ihre Form und Größe verändern und sich in verschiedenen Organen ausbreiten konnten. Besonders auffällig war eine Anreicherung im Gehirn der Fische.

Beobachtet wurde, dass die Wasserflöhe zwar größere Mengen an Gold-Nanopartikeln über die Algen aufnahmen, sich davon jedoch deutlich weniger in den Tieren ansammelte. Die Gold-Nanopartikel wurden in den Wasserflöhen zudem so verändert, dass sie alle eine ähnliche Größe hatten. Von ihnen gelangte aber nur ein kleiner Teil in die Fische, hier fanden außerdem keine weiteren Veränderungen der Nanomaterialien statt.

Forschungen notwendig

Die Ergebnisse lassen vermuten, dass in Gewässern vorhandene Nanomaterialien über Fische und andere Meerestiere auch in die menschliche Nahrungskette gelangen könnten. Um mögliche negative Effekte auf Mensch und Umwelt einschätzen zu können, sind jedoch weitere Untersuchungen notwendig. So ist beispielsweise zu klären, warum sich die Nanopartikel im Gehirn der Fische ansammeln und was sie dort bewirken. Weiterhin ist zu prüfen, wie sich Nanomaterialien in Gewässern tatsächlich verhalten und ob die beschriebenen Vorgänge dort in ähnlicher Weise ablaufen.

In welchem Umfang und unter welchen Bedingungen sich Nanomaterialien in Organismen und in der Nahrungskette anreichern können, ist bisher nur wenig erforscht. Daher könnten die Untersuchungen der Universität Leiden für weitere Studien genutzt werden.

Mehr erfahren

Informationen zu Nanomaterialien in der Umwelt haben wir in diesem Artikel zusammengestellt.

Wissenswertes zur Sicherheitsforschung bietet dieser Beitrag.

Fragen und Antworten zum Thema Sicherheit und zu anderen Themen rund um Nanotechnologien finden Sie in der Rubrik „Sie fragen - wir antworten“.




Neugierig? Mehr Meldungen aus der Nano-Welt finden Sie in unserem Archiv.

Kommentare (0)

Es können folgende HTML Formatierungen verwendet werden: <b> <i> <u>

Fußleiste