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Nobelpreis für Laser-Technik

(10.10.2018) Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an zwei Wissenschaftler und eine Wissenschaftlerin, die die Grundlagen der modernen Laser-Technologie legten. Einer von ihnen lehrte die Laser, Atome zu bewegen.
 

Unter den Wissenschaften, deren herausragende Forscher er mit seinem Vermögen fördern wollte, nannte Alfred Nobel in seinem Testament die Physik an erster Stelle. Von ihr erhofften sich die Menschen am Ende des 19. Jahrhunderts die Erkenntnisse für die Zukunft. In diesem Jahr geht der Preis an die Entwicklerin und die Entwickler moderner Laser-Technologien.
 
Starke Laser für kleine Schnitte
Gérard Mourou (Frankreich) und Donna Strickland (Kanada) werden für ihre bahnbrechenden Ergebnisse auf dem Gebiet der Chirped Pulse Amplifikation (Verstärkung gechirpter Lichtimpulse, CPA) geehrt. Chirps (zu deutsch: Zirpen) sind Signale, die im Zeitverlauf ihre Frequenz verändern. Fledermäuse nutzen solche Chirps zur Orientierung. Werden starke, kurze Laser-Impulse gechirpt (also in ihrer Frequenz verändert), verlängert sich ihre Pulsdauer und sie werden verstärkt. Diese Technologie macht es möglich, Laser zu bauen, die extrem intensive Lichtpulse erzeugen. Donna Strickland und ihr Doktorvater Gérard Mourou legten damit die Grundlagen für die stärksten Laser gelegt, die die Menschheit bisher hatte und die beispielsweise in der Medizin für feinste Schnitte Anwendung finden.
 
Pinzetten aus Licht
Arthur Ashkin (USA) entwickelte bereits in den 1980er Jahren extrem feine Laser, die es ermöglichen, winzigste Objekte festzuhalten oder auch zu bewegen. Ihm und seinem Team gelang es, einzelne Atome und damit Objekte weit unterhalb der Nano-Ebene zu greifen, zu lenken und zu untersuchen. Viren, Bakterien und einzelne lebende Zellen können so untersucht werden, ohne sie zu berühren. Mit seinem Werkzeug können Wissenschaftler heute biologische Prozesse in den Zellen untersuchen während sie ablaufen.
Zusammen mit Gérard Mourou und Donna Strickland erhält der Laser-Pionier Arthur Ashkin ihren Nobelpreis am 10. Dezember in einer feierlichen Zeremonie aus den Händen des Königs von Schweden.
 
Hintergrund
Das Kunstwort Laser setzt sich zusammen aus den Anfangsbuchstaben des Vorgangs selbst: „Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation“, was übersetzt in etwa „Lichtverstärkung durch stimulierte Abgabe von Strahlung“ bedeutet. Dahinter verbergen sich gebündelte elektromagnetische Wellen, die von eigens angeregten Atomen in immer wieder in exakt derselben Art abgegeben werden. Diese „Licht-Bündel“ sind bezogen auf die Fläche, auf die sie treffen sehr stark. Als Spielerei in spektakulären Lichtshows treten sie gut sichtbar in Erscheinung, beim Ablesen von CDs, der Kommunikation in Echtzeit um die ganze Welt oder auch für die Wettervorhersage wirken sie dagegen im Verborgenen. Für die wegweisenden Grundlagenforschungen dazu erhalten nun Gérard Mourou, Donna Strickland und Arthur Ashkin den Nobel-Preis für Physik
 
Das vollständige Testament von Alfred Nobel, viele Informationen über die Leistungen der bisherigen Nobel-Preisträger und die inspirierenden Reden der Preisträger des letzten Jahres finden Sie auf der Website des Nobel-Preis-Komitees: www.nobelprize.org
 


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