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Schweiz: Neue Vorschriften zur Offenlegung synthetischer Nanomaterialien

(04.04.2018) Die Schweiz hat neue Offenlegungspflichten für einige synthetische faser- oder röhrenförmige Nanomaterialien und chemische Zwischenprodukte eingeführt. Die Schweizer Regeln nähern sich damit denen der EU.

Die Chemikalienverordnung (ChemV) der Schweiz regelt die Notifizierung neuer Stoffe, die Identifizierung von SVHCs und die Einstufungs-, Kennzeichnungs- und Sicherheitsdatenblätter von Stoffen und Gemischen. Der Entwurf zur Neufassung enthielt ursprünglich eine Mitteilungspflicht für alle Nanomaterialien sowie eigene Definitionen der Begriffe. Dieser Entwurf war von Unternehmen und der Industrie heftig kritisiert worden. Sie hatten sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, die Meldepflichten zu lockern und die Definition von Nanomaterialien zu verschieben, um die Schweizer Kriterien an diejenigen der EU anzugleichen.

Seit dem 1. März müssen nun die folgenden Stoffe im Schweizer Produktregister gemeldet werden:

  • Biopersistente Nanomaterialien in Form von Fasern oder Röhren, die länger als fünf Mikrometer sind, welche als solche in Verkehr gebracht werden. Diese können zu Lungenschäden führen wenn sie eingeatmet werden; und
  • Zwischenprodukte, die in der Schweiz in Mengen von 100 kg / Jahr und mehr in Verkehr gebracht werden.

"Die Berichterstattung ist eine einfache Pflicht, die innerhalb von drei Monaten nach dem ersten Inverkehrbringen elektronisch erfüllt werden muss", sagt Olivier Depallens vom BAG-Verbraucherschutzdirektorat.

Zwischenprodukte sind Stoffe, die ausschließlich für chemische Umwandlungsprozesse hergestellt und verwendet werden, in denen sie in eine oder mehrere andere Stoffe umgewandelt werden. Sie waren von der Berichterstattung in der Schweiz ausgenommen, müssen jedoch unter REACH registriert werden. Das BAG sagt, dass "die schweizerischen Behörden zumindest Bescheid wissen sollten über die Identität von Zwischenprodukten". Dies würde es der Vergiftungsberatung Tox Info Suisse ermöglichen, "geeignete Maßnahmen im Falle von Vergiftungen" vorzuschlagen.

Hintergrund

Die Europäische Kommission hat kürzlich eine Überarbeitung der Definition vorgenommen, die 2020 in Kraft treten wird. Die in der Schweiz beschlossenen Änderungen beziehen sich auf Phase 1 des „Aktionsplan Synthetische Nanomaterialien“ des Bundesrates. Die zweite Phase wird voraussichtlich von 2019 bis 2020 stattfinden. Sie umfasst die Meldung von Stoffen, die nicht unter REACH registriert sind (1 t / a oder mehr auf dem Schweizer Markt). Derzeit müssen nur solche Nanomaterialien gemeldet werden, die als gefährlich eingestuft sind.


Die ChemV sowie die Dokumentation der Stellungnahmen finden Sie bei der Anmeldestelle Chemikalien: www.anmeldestelle.admin.ch
Quelle: Die Innovationsgesellschaft mbH, St.Gallen


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