Service-Navigation

Suchfunktion

Sicherheit von Nanomaterialien in Kosmetik

(24.09.2021) Nanomaterialien sind am häufigsten in Sonnenschutzmitteln, Nagellack, Haarfärbemitteln, Make-up und Lippenstift zu finden. Rechtliche Regelungen sollen für die sichere Anwendung sorgen. Die Kosmetik-Verordnung legt Meldepflichten für nanomaterialhaltige Produkte und Sicherheitsüberprüfungen für die einzelnen Stoffe fest. Zudem schreibt sie vor, dass der Stand über die Verwendung und Sicherheitsbewertung jährlich von der EU-Kommission in einem Bericht zu erfassen ist. Die aktuelle Ausgabe ist kürzlich erschienen - ein Anlass, sich die Prozesse einmal näher anzuschauen.
 

(Foto: www.pixabay.com)

Die Hersteller von Kosmetikprodukten sind verpflichtet, die Europäische Kommission über ihre Produkte und deren Zusammensetzung zu informieren, bevor sie auf den Markt kommen. Dabei müssen sie auch Angaben zu Nanomaterialien machen. Diese Notifizierung (Meldung) ist im Meldeportal für kosmetische Mittel (Cosmetic Products Notification Portal, CPNP) vorzunehmen.

Auf diese Weise hat die EU-Kommission einen Überblick, welche Produkte Nanomaterialien enthalten und welche Stoffe verwendet werden. Zugang zu den Informationen haben jedoch nur die Industrie, die Giftnotrufzentralen und die zuständigen Überwachungsbehörden.

Dagegen ist der „Katalog der Nanomaterialien in kosmetischen Mitteln“ öffentlich zugänglich. Er wird auf Basis der Notifikationen von der EU-Kommission herausgegeben und gibt einen Überblick über Nanomaterialien, die in Kosmetika vorkommen. Der erste Katalog erschien 2017, der zweite wurde 2019 veröffentlicht.

Verbraucher sehen an dem Zusatz „(nano)“ in der Zutatenliste, ob und welche Nanomaterialien in den Kosmetik-Produkten enthalten sind.

Überprüfung der Sicherheit

Laut dem aktuellem „Bericht der EU-Kommission über die Verwendung von Nanomaterialien in kosmetischen Mitteln“ war zunächst zu klären, bei welchen Nanomaterialien aus dem Katalog von 2019 Sicherheitsbedenken bestehen. Im Auftrag der EU-Kommission erstellte der Wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit (Scientific Committee for Consumer Safety, SCCS) daher eine entsprechende Liste mit den betreffenden Nanomaterialien und einer Beschreibung der möglichen gesundheitlichen Risiken, die für Verbraucher bei der Anwendung bestehen könnten. Im Rahmen dieses Auftrages hat der SCCS außerdem einige Aspekte identifiziert, die bei der Sicherheitsbewertung zu beachten sind. Im Anschluss sollen nun weitere Prüfungen des SCCS folgen, um eine erneute Risikobewertung der betreffenden Stoffe vorzunehmen.

(Foto: www.pixabay.com)

Für einige der Nanomaterialien gibt es bisher noch keine abschließende Sicherheitsbewertung des SCCS, darunter auch Nano-Siliziumdioxid-Verbindungen. Sie gehören zu den Nanomaterialien, die häufiger in Kosmetika eingesetzt werden, z. B. in Zahncremes, dekorativer Kosmetik, Make-up, Puder, Haarcolorationen und Haarstyling-Produkten. Nano-Siliziumdioxid-Verbindungen sind auf den Produkten an dem Begriff „Silica“ und dem Zusatz „(nano“) in der Liste der Inhaltsstoffe zu erkennen.

Grundsätzlich kann die EU-Kommission gemäß der Kosmetik-Verordnung den SCCS bei gegebenem Anlass auffordern, eine Stellungnahme über die Sicherheit von Nanomaterialien in Kosmetik-Produkten abzugeben. In den letzten 10 Jahren hat der SCCS über 20 solcher Stellungnahmen und Dokumente mit Leitlinien zu Nanomaterialien in kosmetischen Mitteln erstellt. Doch das Ergebnis ist nicht immer ganz klar und erfordert weitere Untersuchungen zur Klärung.

Wie der Bericht der EU-Kommission zeigt, werden mögliche Risiken von Kosmetik-Inhaltsstoffen regelmäßig erfasst und überprüft. Als ein Fazit hebt er jedoch hervor, dass die Sicherheitsbewertung bei Nanomaterialien verstärkt werden könnte. Denkbar wäre, die bereits bestehende Zulassungspflicht, die für Nano-Farbstoffe, Nano-UV-Filter und Nano-Konservierungsstoffe gilt, auch auf andere Nanomaterialien zu erweitern. Das bedeutet, dass die Stoffe nur dann in kosmetischen Mitteln eingesetzt werden dürfen, wenn sie ausdrücklich für die jeweilige Anwendung zugelassen sind. Häufig werden Stoffe, deren Sicherheit abschließend nicht ausreichend zu belegen ist, aber auch auf die „Verbotsliste“ gesetzt. Dann dürfen diese Stoffe nicht (mehr) in kosmetischen Mitteln enthalten sein. Dies gilt auch für Nanomaterialien.

Mehr erfahren

Nanomaterialien in Kosmetik 
Rechtliche Regelungen zu Nanomaterialien in Kosmetik 
Aktueller Katalog der Nanomaterialien in kosmetischen Mitteln von 2019 (in englischer Sprache)
Bericht der Europäischen Kommission an das Europäische Parlament und den Rat über die Verwendung von Nanomaterialien in kosmetischen Mitteln


Neugierig? Mehr Meldungen aus der Nano-Welt finden Sie in unserem Archiv.

Kommentare (0)

Es können folgende HTML Formatierungen verwendet werden: <b> <i> <u>

Fußleiste