Service-Navigation

Suchfunktion

Weiterentwicklung von Testmethoden für Nanomaterialien

(17.11.2020) Um mögliche Gefahren von hergestellten Nanomaterialien für Gesundheit und Umwelt erkennen und bewerten zu können, sind wissenschaftlich geprüfte und einheitliche Testmethoden notwendig. Dafür müssen bestehende Methoden angepasst und neue entwickelt werden. Diesen Prozess voranzubringen und zu unterstützen ist Aufgabe des EU-Projektes NanoHarmony. Es wird von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) geleitet.

Europäisches Parlament, Straßburg (Foto: www.pixabay.com)

Ziel des dreijährigen Projektes ist, Testrichtlinien und Leitfäden der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) zur Bewertung von Nanomaterialien weiterzuentwickeln und zu ergänzen. Diese einheitlichen Test-Standards bilden eine wichtige Grundlage für das Chemikalienrecht. Sie schaffen beispielsweise die Voraussetzung dafür, dass Regelungen wie REACH umgesetzt werden können.

Die 14 europäischen Projektpartner von NanoHarmony stammen aus Forschung, Industrie, Regulierung und öffentlichen Einrichtungen. Neben der BAuA gehören dazu beispielsweise das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und das Unternehmen BASF SE. Hinzu kommen zahlreiche assoziierte Partner aus Ländern außerhalb Europas, die an dem Projekt mitarbeiten.

Ein Netzwerk fördert und koordiniert die Zusammenarbeit und den Austausch mit allen an dem Projekt beteiligten Interessengruppen, z. B. mit internationalen Experten oder zwischen Forschern und der OECD. Die Akteure und Interessenvertreter können sich in Form von Workshops, Webinaren und anderen Projektaktionen an NanoHarmony beteiligen.

Nach dem Projektstart im April diesen Jahres fand Anfang im November ein erster internationaler Experten-Workshop statt. Dabei ging es unter anderem darum, die vorhandenen Daten und Informationen für verschiedene Aspekte der Risikobewertung zu prüfen und daraus abzuleiten, welche weiteren Daten für die Entwicklung der Testrichtlinien und Leitfäden benötigt werden.

Hintergrund

NanoHarmony ist eines von mehreren Projekten, die von der Europäischen Union gefördert werden und ihren Ursprung in der Malta Initiative haben. Ihr gehören 18 europäische Länder, verschiedene Generaldirektionen der Europäischen Kommission, die Europäische Chemikalienagentur (ECHA), Behörden, Forschungseinrichtungen, Universitäten, nichtstaatliche Organisationen (NGOs) sowie Industrieverbände an. Sie arbeiten auf freiwilliger und selbstorganisierter Basis zusammen.

Die Malta Initiative verfolgt das Ziel, die Chemikaliengesetzgebung durchsetzbar zu machen. Dafür sind einheitliche und standardisierte Prüfverfahren erforderlich, die von der ECHA als zuständiger Regulierungsbehörde anerkannt werden. Diese Voraussetzungen erfüllen die OECD-Testrichtlinien. Als weiterer wichtiger Vorteil kommt hinzu, dass die OECD-Staaten Ergebnisse aus Untersuchungen, die nach OECD-Standards und unter Beachtung der Guten Labor-Praxis durchgeführt werden, gegenseitig anerkennen müssen.

(Foto: www.pixabay.com)

Ein wichtiges Anliegen der Initiative ist, diese anerkannten Prüfrichtlinien zu aktualisieren und zu erneuern, um sie an Nanomaterialien anzupassen. Im Chemikalienrecht und in anderen Rechtsbereichen werden auch für Nanomaterialien Sicherheitsprüfungen auf der Basis von solchen gesicherten Standard-Methoden gefordert.

Weitere aktuell laufende Projekte, die im Rahmen der Malta Initiative ins Leben gerufen wurden, sind Gov4Nano und seine Partner-Projekte NanoRigo (Nantechnology RIsk Governance) und RiskGone (Science-based Risk Governance of Nano-Technology). Wie NanoHarmony arbeiten sie daran, die OECD-Testlinien und Leitfäden für Nanomaterialien anwendbar zu machen und die Zusammenarbeit der an dem Prozess beteiligten Interessengruppen zu fördern. Mehr dazu hier.

Mehr erfahren

Einen grundlegenden Einblick in die Sicherheitsforschung zu Nanomaterialien erhalten Sie hier.

Hintergründe zu den OECD-Testrichtlinien haben wir hier zusammengestellt und was sich hinter dem Begriff „Gute Labor-Praxis“ verbirgt, können Sie hier nachlesen.

Einen Einblick in die Themen des Projektes NanoRigo und in die Risikobewertung von hergestellten Nanomaterialien gibt das Interview mit dem Experten Dr. Andreas Köhler vom Öko-Institut.


Neugierig? Mehr Meldungen aus der Nano-Welt finden Sie in unserem Archiv.

Kommentare (0)

Es können folgende HTML Formatierungen verwendet werden: <b> <i> <u>

Fußleiste