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OECD-Test-Richtlinien: Regeln für vergleichbare Forschung

Weil Nanomaterialien zugleich große Hoffnungen wecken und große Sicherheitsfragen aufwerfen, arbeitet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) an der Frage, wie sich ihre Möglichkeiten nutzen lassen, ohne Mensch und Umwelt zu gefährden. Die Voraussetzung für einen sicheren, verantwortungsvollen Umgang mit Na-nomaterialien ist, ihre potenziellen Gesundheits- und Umweltrisiken zu kennen.
 

Gemeinsam Regeln finden

Die Arbeitsgruppe für hergestellte Nanomaterialien (OECD Working Party on Manufactured Nanomaterials (WPMN)) arbeitet daher seit Langem an international abgestimmten Test-Methoden und -Strategien. Dafür legte sie eine Liste von zunächst elf Nanomaterialien an, die damals entweder von großer wirtschaftlicher Bedeutung waren oder es zu werden versprachen – Ceroxid war eines von ihnen, Titandioxid ein anderes. Für diese elf wurden im Rahmen eines umfangreichen Testprogramms Daten zu ihren physikalisch-chemischen Eigenschaften sowie zu Effekten auf Mensch und Umwelt zusammengetragen. Unter der Federführung des Bundesumweltministeriums übernahm Deutschland dabei die Arbeiten zu Titandioxid und den Umweltwirkungen von Nano-Silber. Aus den gewonnenen Daten leiteten die beteiligten wissenschaftlichen Institutionen ihre Vorschläge zur Anpassung der bestehenden Chemikalien-Testprotokolle und -Leitlinien für Nanomaterialien ab.
 

Bild: MLR / Magali Hauser
Nano-Vorrat für die Wissenschaft

Die Europäische Union (die ihrerseits auch Mitglied in der WPNM ist) unterstützt die Arbeit an den OECD-Testprotokollen und -Leitlinien. Unter anderem legte die Gemeinsame Forschungsstelle der EU (JRC, Joint Research Center) einen Vorrat von marktüblichen Nanomaterialien mit genau definierten Eigenschaften an. Den Anfang machten die elf OECD-Nanomaterialien, inzwischen ist das JRC Nanomaterials Repository um weitere marktbedeutende Substanzen angewachsen. Diese Materialien stellt das JRC Wissenschaftlern für ihre Studien zur Verfügung, damit auf diese Weise alle mit den gleichen, genau definierten Materialien arbeiten können und die Ergebnisse so vergleichbar und belastbar werden.
 

Mehr erfahren

Über die Bedeutung sorgfältiger Forschungsarbeit nach gleichen Standards sprachen wir mit dem Toxikologen Prof. Harald Krug.
 

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